Möglichkeiten nicht ausgereizt

Europäische Unternehmen vernachlässigen Automatisierung

29. April 2004
Von Patrick Goltzsch
Das Potenzial der IT, leicht standardisierbare Prozesse automatisch ablaufen zu lassen, wird bislang noch nicht ausgeschöpft. In vielen Unternehmen greifen Mitarbeiter noch manuell in die Prozesse ein, so eine aktuelle Studie.

In Deutschland schöpfen die Unternehmen die Möglichkeiten zur Automatisierung von Geschäftsprozessen noch zu wenig aus. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Manchester Business School in Zusammenarbeit mit Mercury Interactive, einem Spezialisten für IT-Optimierung. Für die Studie wurden mehr als 300 Unternehmen in Frankreich, Großbritannien und Deutschland mit einem Jahresumsatz zwischen 100 Millionen Euro und 400 Millionen Euro befragt.

Nur 26 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, die Lohn- und Gehaltabrechnung automatisiert zu haben. Beide Bereiche gelten als leicht standardisierbar. Auch bei der monatlichen Finanzberichterstattung legen viele Unternehmen noch Hand an. Nur ein knappes Viertel hat den Prozess in Software abgebildet. Mit jweils 20 Prozent rangieren die IT-gestützte Beschaffung oder der Kundenkontakt noch dahinter.

Selbst in den IT-nahen Bereichen, wie der Lösung von Anwenderproblemen oder der Evaluation neuer Software setzen nur 21 Prozent der Unternehmen automatisierte Prozesse ein. Bei der IT-Ressourcenplanung beträgt der Wert 19 Prozent, im Bereich IT-Governance lediglich elf Prozent.

Werden die Antworten aus den drei untersuchten Ländern zu Grunde gelegt, stellt sich heraus, dass etwa 20 Prozent der Unternehmen keinen der genannten Prozesse automatisiert haben. In keiner Branche seien die Möglichkeiten, die Prozesse zu optimieren ausgereizt, heißt es in der Studie.

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