Deutsche IT-Mitarbeiter vorbildlich

Firmen leiden unter privatem Mail-Verkehr

21. Februar 2005
Von Ingo Butters
Rund 1.700 Arbeitstage gehen einem Durchnittsunternehmen pro Jahr verloren, weil die Angestellten Zeit mit privatem E-Mail-Verkehr verbringen. In der Studie des Software-Herstellers Clearswift fielen vor allem Arbeitnehmer aus den USA mit ausuferndem privatem Mailen auf. Die Produktivität der Unternehmen könnte um sieben Prozent wachsen, wenn die Angestellten den privaten Mail-Verkehr einstellen würden.

Privater Mail-Verkehr senkt die Produktivität

Was an internen und externen E-Mails durch die Firmennetze geistert, hat oft nichts mit dem Job zu tun. Rund 40 Prozent der befragten Arbeitnehmer aus USA, Deutschland und Großbritannien verbringen eine Stunde und mehr ihres Arbeitstags mit privater elektronischer Korrespondenz. Die übrigen 60 Prozent opfern dafür immerhin eine halbe Stunde ihres Arbeitstags.

Das exzessive private Mailen bleibt nicht folgenlos für die Unternehmen: Ein durchschnittliches 100-Mann-Unternehmen verliert dadurch 1.700 Arbeitstage im Jahr. "Das entspricht sieben Vollzeitstellen", sagt der Clearswift-Vorstandsvoritzende David Gyatt.

Insgesamt könnte die Produktivität der Firmen um sieben Prozent gesteigert werden, wenn die Angestellten sich mehr auf ihren Job und weniger auf den privaten Mail-Verkehr konzentrieren würden.

Deutsche IT`ler vorbildlich

Die Befragung ergab einige berufsspezifische und geografische Besonderheiten. So halten sich Mitarbeiter der IT beim privaten Mailen stärker zurück als die Kollegen aus anderen Abteilungen: Der durchschnittliche Angestellte verbringt hier mit dem Lesen und Verschicken privater Mails 29 Minuten – das sind fünf Minuten weniger als der Durchschnitt der anderen Mitarbeiter.