Studie von Harvey Nash

Führungskräfte gehen nach 90 Tagen wieder

17. Oktober 2012
Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und von 2006 bis 2015 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.
Mehr als ein Drittel der Manager wirft kurz nach Job-Antritt wieder das Handtuch. Ein Hauptgrund: der schlecht organisierte Einstieg.
Lucy McGee, Direktorin bei der Personalberatung Harvey Nash, hält die Art wie Unternehmen neue Führungskräfte rekrutieren für stark optimierungsbedürftig.
Lucy McGee, Direktorin bei der Personalberatung Harvey Nash, hält die Art wie Unternehmen neue Führungskräfte rekrutieren für stark optimierungsbedürftig.
Foto: Harvey-Nash

Der Erfolg einer neuen Führungskraft im Unternehmen hängt davon ab, wie sie die ersten 100 Tage im Job meistert. Unterlaufen dem oder der "Neuen" in dieser Zeit grobe Fehler bei Entscheidungen, ist eine Trennung vom Arbeitgeber unvermeidlich.

Neue Manager: Viele halten nur 90 Tage aus

Tatsächlich verlassen 39 Prozent der neuen Führungskräfte ihr Unternehmen schon nach 90 Tagen wieder, weil der Start völlig missglückt ist. Das ist ein Ergebnis der Studie "Onboard and upwards: How an executive's first 90 days make or break the ones that follow", für die die Personalberatung Harvey Nash britische Konzerne untersuchte. Der Grund: Die neuen Manager und leitenden Angestellte bekommen zu wenig Starthilfe. Sie werden von ihren Vorgesetzten nach dem Motto "Schwimmen oder untergehen" allein gelassen.

73 Prozent der Befragten wollen deshalb ihren neuen Arbeitgeber innerhalb der nächsten drei Jahre wieder verlassen, 37 Prozent davon noch vor Ablauf eines Jahres. "Die Art und Weise wie die neue Führungskraft eingeführt wird und die Qualität der Arbeit in den ersten 90 Tagen sind aber entscheidend für den langfristigen Erfolg und die Produktivität der Arbeit", weiß Lucy McGee, Direktorin für Leadership Services bei Harvey Nash.

Firmen organisieren Dienstantritt schlecht

Nur 24 Prozent der neu eingestellten Führungskräfte teilten mit, dass ihre Einführung problemlos verlief. Ein Fünftel gab an, dass sie sich wegen unvollständiger und nicht korrekter Informationen über ihre Rolle beim neuen Arbeitgeber nicht richtig in das Unternehmen eingebunden fühlen.