Die Thematik gilt als zu komplex

Jede zweite Firma ohne systematisches Geschäftsprozess-Controlling

20. November 2007
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Zu komplex, zu schwierig, und außerdem ist eh keiner zuständig - der Gründe gibt es viele, warum Unternehmen auf das Controlling ihrer Geschäftsabläufe verzichten. Das ist umso erstaunlicher, als die Ansprüche an die Qualität der Abläufe in den vergangenen drei Jahren deutlich gestiegen sind, so eine Studie des Anbieters Process Square.
Die Ansprüche an die Qualität von Geschäftsprozessen sind gestiegen.
Die Ansprüche an die Qualität von Geschäftsprozessen sind gestiegen.

Die Situation ist paradox: 44 Prozent der Befragten geben an, die Erwartungen an die Qualität der Geschäftsprozesse seien binnen drei Jahren "deutlich" gestiegen. Weitere 29 Prozent bestätigen das in "moderatem" Ausmaß. Gleichzeitig lässt eine systematische Leistungskontrolle der Abläufe oft auf sich warten.

Das heißt konkret, dass noch nicht einmal jedes fünfte Unternehmen (19 Prozent) Methoden für das Controlling von Geschäftsprozessen etabliert hat, die umfassend angewendet werden. Rund jede dritte Firma (34 Prozent) untersucht immerhin "einige Prozesse".

Eine Mehrheit von 47 Prozent jedoch gibt an, etablierte Methoden für das Geschäftsprozess-Controlling bestünden in geringem Umfang oder gar nicht.

Die Autoren der Studie haben Ursachenforschung betrieben und folgendes herausgefunden: 62 Prozent derer, die auf ein umfassendes Controlling verzichten, halten ihre Geschäftsprozesse für zu komplex. 57 Prozent monieren außerdem unzureichende Methoden und 54 Prozent wüssten gar nicht, wer dafür eigentlich zuständig ist.