Gefahr der Isolation

Karriereknick im Home Office?

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Jeweils drei Viertel der Berufstätigen arbeiten auch zu Hause und sind über Smartphone, Tablet und andere Geräte ständig erreichbar. Der BITKOM warnt in einer Studie vor Isolation und Karriere-Knick im Home Office.
BITKOM-Präsident Dieter Kempf: "Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollten klare Vereinbarungen über Arbeitszeiten und Erreichbarkeit treffen."
BITKOM-Präsident Dieter Kempf: "Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollten klare Vereinbarungen über Arbeitszeiten und Erreichbarkeit treffen."
Foto: Bitkom

Beim Arbeiten in der digitalen Welt herrscht Laissez-faire vor. Bekanntlich findet sie häufig im Home Office und mit mobilen Endgeräten statt. In mehr als 60 Prozent alle Firmen gibt es dabei aber keine Vorgaben zur Erreichbarkeit der Mitarbeiter. Das geht aus einer Studie des IT-Branchenverbandes BITKOM hervor, für die das Meinungsforschungsinstitut Aris 505 Erwerbstätige und 854 Personalverantwortliche von Unternehmen befragte.

„Feste Arbeitszeiten und ortsgebundene Arbeitsplätze sind dank neuer Technologien für viele Büro-Jobs nicht mehr zeitgemäß“, kommentiert BITKOM-Präsident Dieter Kempf. Gleichwohl geht Kempf die weit verbreitete Regellosigkeit zu weit: „Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollten klare Vereinbarungen über Arbeitszeiten und Erreichbarkeit treffen.“

79 Prozent der Befragten arbeiten laut Studie mit mobilen Endgeräten. Hoch ist inzwischen auch der Grad an Konsumerisierung. 71 Prozent nutzen für ihre tägliche Arbeit privat angeschaffte Geräte. Bei etwa jedem Dritten handelt es sich dabei um ein Notebook, den eigenen PC und/oder ein nicht smartes Handy. Ein Fünftel arbeitet auch mit dem privaten Smartphone, 8 Prozent tun dies mit einem eigenen Tablet.

Der Arbeitgeber stellt 59 Prozent der Befragten einen stationären Computer zu Verfügung, jedem Fünften ein Notebook. Zwischen diesen mittlerweile klassischen Devices und mobilen Endgeräten der jungen Generation geht die Schere aber eklatant auseinander. Nur jeder Zehnte Mitarbeiter kann ein Firmen-Smartphone nutzen. Sogar nur 3 Prozent arbeiten mit einem unternehmenseigenen Tablet.