Im Mehrjahres-Trend nimmt die Zeitverschwendung ab

Mitarbeiter vergeuden ein Fünftel ihres Arbeitstages

17. August 2007
Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Fast zwei Stunden eines typischen 8,5-Stunden-Arbeitstages verbringen Büroangestellte mit vielem - außer Arbeit: Der Software-Anbieter Salary.com hat herausgefunden, dass sich Mitarbeiter im Durchschnitt 1,7 Stunden nicht mit ihrem Tagwerk befassen. Stattdessen surft ein Drittel der Befragten munter im Internet, ein Fünftel schnackt mit Kollegen und 17 Prozent erledigen zwar Arbeiten - aber nicht für ihre Firma.

Salary.com führte die Umfrage in diesem Jahr zum dritten Mal durch. Und immerhin der langfristige Trend dürfte die Arbeitgeber freuen, denn die Mitarbeiter verplempern immer weniger Zeit: 2005 waren es im Schnitt 2,09 Stunden am Tag, vergangenes Jahr 1,86 Stunden.

Wobei fraglich ist, inwieweit man von "verplempern“ sprechen kann. Denn auch die Zeitverschwendung hat ihre zwei Seiten. Bill Coleman, Chief Compensation Officer beim Software-Anbieter, erklärt den rückläufigen Trend mit größerem Druck wegen der Knappheit von Arbeit und geringerer Budgets der Unternehmen.

Die Angestellten können es sich nicht mehr so leicht erlauben, Zeit totzuschlagen. "Das mündet in größere Erträge für die Unternehmen, erhöht aber auch das Burnout-Risiko der Arbeitnehmer“, so Coleman.

63 Prozent der Büroarbeiter geben zu, Arbeitszeit zu verschwenden. Nicht nur im unendlichen Kosmos des World-Wide-Web oder beim Kaffeeplausch mit Kollegen: Die Mitarbeiter greifen schon mal zum Telefon, um Partner oder Freunde anzurufen, oder erledigen während des Arbeitstages ihre Einkäufe. Aber warum tun sie das?