Routing der Extra-Klasse

Navigationsgeräte über 250 Euro im Test

11. Januar 2010
Von Ines  Walke-Chomjakov
Das Angebot bei Navis über 250 Euro ist besonders vielfältig: Man findet Lotsen mit Echtzeit-Diensten, 3D-Ansicht und edlem Design. Im Test prüfen wir, wie gut sich die High-End-Navis in der Praxis schlagen.

Ein Navi, das mehr als 250 Euro kostet, muss auch etwas ganz Besonderes bieten: So funktioniert beim Garmin Nüvi 865TFM die Spracheingabe über die Fernbedienung. Das Navi Falk F10 wird mit der Zeit immer schlauer. Den Merian Scout P_Navigator wiederum können Sie als Reiseführer mit Bild und Ton einsetzen. Und das Navigon 8410 fällt wegen des eleganten Designs ins Auge.

Fußgänger-Navigation und 3D
Navis dieser Preiskategorie bringen umfassendes Kartenmaterial für Europa mit, das Modell Tomtom Go 930 sogar für USA und Kanada. Mehr noch: Sie erfüllen neuerdings auch Sonderwünsche wie eine echte Fußgängernavigation. Das Navi lotst über Fußwege, durch Parks und Fußgängerzonen ans Ziel, wie etwa das Garmin Nüvi 1490Tpro. Allerdings liegen entsprechende Karten momentan nur für einzelne Städte wie München, Berlin oder Frankfurt am Main vor und kosten extra. Bei Garmin schlagen sie mit rund neun Euro pro Stadt zu Buche.

Keine Mehrkosten müssen Sie dagegen bei der 3D-Darstellung befürchten. Diesen Trend verfolgen Hersteller wie Falk und Navigon, um die Orientierung am Schirm zu erleichtern. Der Effekt beschränkt sich auf einzelne Gebäude, soll beim Navigon 8410 auch schon ganze Straßenzüge umfassen. Aber auch stehen die Hersteller noch am Anfang. So konnte die 3D-Darstellung in unseren Tests nicht uneingeschränkt überzeugen.

Schlaues Navi und Echtzeitdienste
Ein Navi, das nur eine einzige Route berechnet, ist out. Vermehrt geben die Geräte mehrere Routen vor – ein Beispiel: Navigon 8410 - Der Lotse berechnet drei Wegstrecken, aus denen der Anwender dann auswählt. Die Routen unterscheiden sich und berücksichtigen als "My Routes" auch Präferenzen des Fahrers.

Oder die Navis zeichnen gefahrene Strecken auf, um mit diesen Erfahrungswerte die Routenberechnung zu verbessern. Wie die Modelle Falk F10 und F8 2nd Edition. Bis zu 1000 Kilometer speichern die Geräte. Allerdings sind die Streckendaten nicht sofort für die Routenführung nutzbar, sondern müssen erst an Falk übermittelt werden. Der Hersteller unterzieht das überspielte Wissen einem Check, bevor es allen Nutzern wieder zum Überspielen überlassen wird.

Gleichzeitig bleibt das Navi mit Echtzeitdiensten stets aktuell. Das Gerät verbindet sich ins Mobilfunknetz und ruft zusätzliche Infos zur Verkehrslage, Radarsituation oder zu Parkmöglichkeiten ab. Allerdings sind die Dienste kostenpflichtig: Nach einer festgelegten Frist (meist drei Monate) kommen entweder monatliche Gebühren wie etwa bei Tomtom mit 9,95 Euro oder Jahresabos wie bei Navigon mit rund 80 Euro auf Sie zu. Diese Zusatzkosten lohnen sich nur für Anwender, die tatsächlich ungemein viel unterwegs sind.

Navis mit Auszeichnungen der Redaktion

Navigon 8410
Design ist Trumpf beim Navigon 8410. Das Navi bietet einen kapazitiven Touchscreen, fünf Zoll Bilddiagonale und einen feinen Metallrahmen. Das sticht ins Auge. Auch der Saughalter ist passt zum Gesamtentwurf. Doch das Navi überzeugt nicht nur äußerlich, sondern es hat auch mit aktuellen Karten, ausgereifter Sprachsteuerung und umfassenden Routing-Funktionen viel zu bieten. Überhaupt soll es das kostspielige Navi allen Anwendern Recht machen. So lässt sich das Navigon 8410 mit einem DVB-T-Modul zum kleinen Fernseher für unterwegs ausbauen. Zusätzlicher Kostenpunkt für den TV-Empfänger: rund 60 Euro.

Garmin Nüvi 1490Tpro
Lange warten wir schon auf die echte Fußgänger-Navigation. Das Navi Garmin Nüvi 1490Tpro macht nun den ersten Versuch optionalen Karten. Dank schriftlicher Anweisungen führt das Gerät durch Fußgängerzonen, Parks und zur nächsten U-Bahn-Haltestelle. Das ist uns eine Auszeichnung wert, auch wenn der 5-Zoll-Bildschirm eher gegen den TransportTransport zu Fuß spricht. Top-Firmen der Branche Transport