Near Field Communication

NFC: Die kontaktlose Zukunft hat bereits begonnen

Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
Selten hat eine neue Technik den Markt so schnell erobert. Rund um den Globus wird Near Field Communication bereits für diverse Anwendungen in der Praxis genutzt. Die Zeit der Machbarkeitsstudien liegt hinter der Technik.

Vor rund einem Jahr berichtete die Computerwoche das erste Mal über das Potenzial von NFC. Viele Kollegen und Leser, die damals die Technik mit Argumenten wie "Zu wenig Endgeräte im Markt" oder "Keine Chance, da nicht von AppleApple unterstützt" noch als Sciene Fiction abtaten, müssen sich mittlerweile eines Besseren belehren lassen. Winston Yeo, Vice President Mobile Financial Services bei Gemalto, spricht inzwischen von "einem wahren Kickstart, den NFC hingelegt hat", und stellt fest, dass seit etwa sechs Monaten sogar die bis dato eher zurückhaltenden BankenBanken verstärkt das Thema NFC nachfragen. Alles zu Apple auf CIO.de Top-Firmen der Branche Banken

Apple verschläft den NFC-Trend

Selbst etliche Analysten unterschätzten die Dynamik des Marktes. Entgegen ihren eher vorsichtigen Erhebungen wurden 2012 zwischen 110 und 115 Millionen NFC-fähige Handys verkauft. Und für 2013 wird erwartet, dass um die 285 Millionen neue Handsets mit NFC ihren Käufer finden. Laut ABI Research sind derzeit rund 180 verschiedene NFC-Smartphones im HandelHandel erhältlich, was etwa 90 Prozent der angebotenen Modelle entspricht. Damit, so das Marktforschungsunternehmen weiter, unterstützen jetzt alle wichtigen Handy-Hersteller - von Apple abgesehen - den berührungslosen Kurzstreckenfunk. Nur der sich gerne als Innovationsschmiede darstellende Konzern aus Cupertino hat den Trend verschlafen. Top-Firmen der Branche Handel

NFC auf dem Desktop

Da die Hersteller in der Regel vor allem ihre höherwertigen Modelle mit NC ausstatten, können die Anbieter damit eine zahlungskräftigere Klientel ansprechen, was die Technik wiederum für neue Business-Modelle im B2B- und B2C-Umfeld interessant macht. Und selbst in Geräten, bei denen man nicht unbedingt sofort an NFC denken würde, ist die Technik mittlerweile zu finden: Headsets, Mäuse, Lautsprecher, Monitore und selbst WLAN-Access-Points werden mittlerweile mit der Technik ausgestattet. Unter dem Schlagwort "Tap to share" soll der Anwender so seine Geräte auf einfache Weise koppeln können.

Während der Vorteil bei einer PC-Maus oder einem Headset auf den ersten Blick nicht deutlich wird, zeigt sich dies am Beispiel WLANWLAN schnell. Mit Tap to share könnten die Zeiten vorbei sein, in denen der Anwender umständlich lange und schwer zu merkende WLAN-Schlüssel für den Netzzugang eingeben muss. Stattdessen muss er beispielsweise in Hotels sein Endgerät nur noch gegen einen NFC-Tag halten, und der WLAN-Zugang inklusive Schlüssel wird automatisch eingerichtet - analog könnten Unternehmen mit einem WLAN-Gastzugang in ihren Gebäuden verfahren. Im Gegensatz zum Wifi Protected Setup (WPS), das bei vielen Implementierungen Sicherheitslücken aufweist, hat diese Methode zudem den Vorteil, dass NFC aufgrund seiner geringen Reichweite (um die zehn Zentimeter) nicht ohne weiteres aus der Ferne angegriffen werden kann. Alles zu WLAN auf CIO.de

Die einfache und sichere Gerätekoppelung ist aber nur ein Aspekt der NFC-Einsatzmöglichkeiten. Was heute mit NFC bereits alles im Alltag möglich ist, demonstrierte die Branche während der Mobilfunkmesse Mobile World Congress in Barcelona im Rahmen des Projekts "NFC Experience". Dazu hatten sich Restaurants, Boutiquen, Museen, Banken, Hotels und die Messe selbst zu einem riesigen Showcase zusammengeschlossen, um den Besuchern das Business-Potenzial der neuen Technik in Verbindung mit SmartphonesSmartphones zu demonstrieren. Alles zu Smartphones auf CIO.de

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