Strom durch Bewegung

Nokia plant selbstladenden Handy-Akku

16. März 2010
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Der finnische Handy-Hersteller Nokia plant offenbar ein Handy, dessen Akku sich durch Bewegung selbst auflädt. Die Technik basiert auf Piezoelektrizität. Ein entsprechender Patentantrag wurde in den USA gestellt.

Handy-Hersteller Nokia hat in den Vereinigten Staaten ein Patent angemeldet, dem viele mit gespannter Erwartung begegnen. Der Patentantrag beschreibt ein Handy, dessen Akku sich durch Bewegung selbst auflädt - beispielsweise beim Gehen oder wenn man das Gerät von der Jackentasche zum Ohr bewegt.

Die Zukunft der Nokia-Handys könnte anders aussehen als das E 71 - mit einem Akku, der sich durch Bewegung auflädt.
Die Zukunft der Nokia-Handys könnte anders aussehen als das E 71 - mit einem Akku, der sich durch Bewegung auflädt.

Im Antrag ist von einem Mobiltelefon die Rede, dessen Einzelteile an einem Rahmen befestigt sind. "Der Rahmen selbst ist an zwei Schienenpaaren angebracht, wodurch er sich in verschiedene Richtungen bewegen kann", schreibt der Blog Early Adopter. An den Schienenenden sollen Piezoelemente befestigt sein, die durch zusammendrücken elektrische Spannung erzeugen und damit einen Kondensator laden, der wiederum den Akku lädt, schreibt unter anderem inside-it.ch.

Piezoelektrizität soll also in Zukunft helfen, dass man weniger abhängig vom Ladekabel wird. Wikipedia definiert Piezoelektrizität so: "Durch die gerichtete Verformung eines piezoelektrischen Materials bilden sich mikroskopische Dipole innerhalb der Elementarzellen (Verschiebung der Ladungs-Schwerpunkte). Die Aufsummierung über das damit verbundene elektrische Feld in allen Elementarzellen des Kristalls führt zu einer makroskopisch messbaren elektrischen Spannung." Der Piezoeffekt kann nur in nichtleitenden Materialien auftreten. Als bekanntestes Material mit Piezoeigenschaften nennt Wikipedia Quarz.

Energie soll beim Nokia-Handy der Zukunft also dadurch erzeugt werden, dass piezoelektrische Kristalle zusammengedrückt werden. Der Effekt findet beispielsweise schon Verwendung bei bestimmten Feuerzeugen, bei Buzzern und bei Druckköpfen von Tintenstrahldruckern. Viele Medienberichte beschäftigten sich im vergangenen Jahr mit einer Diskothek in den Niederlanden, in der die Tanzenden Strom produzieren. Dort kommt unter anderem auch Piezoelektrizität zum Einsatz, die Kristalle befinden sich im Boden.