Umweltfreundliche Unternehmen sind beliebter

Ökologischer Weg zum Kunden

20. Februar 2007
Von Tanja Wolff
Immer mehr Firmen merken, dass es das Geschäft antreibt, wenn sie als ökologisch verantwortungsvoll gelten. Laut einer Analyse der Marktforscher von der Butler Group ist es dabei schwierig bei den Initiativen zu unterscheiden, ob sie wirklich auf Kohlenmonoxid-Neutralität setzen oder es sich nur um eine reine Marketing Strategie handelt.

Auf der Consumer Electronic Show in Las Vegas kündigte Michael DellDell, Gründer und Chef von Dell, an, dass es für die IT-Branche an der Zeit sei, sich beim Umweltschutz zu engagieren. Er stellte sein Umweltprogramm vor. Bei diesem werden für jeden verkauften PC Bäume gepflanzt. Die Kunden werden vor die Wahl gestellt, ob sie zwei US-Dollar für ein Laptop oder sechs Dollar für einen Desktop für eine weltweite Baumbepflanzung-Programm spenden wollen. Mit dem Projekt soll der Einfluss der Kohlenmonoxid-Emission ausgeglichen werden, die während der Betriebszeit des Geräts entsteht. Dell schätzt die Laufzeit der Geräte auf drei Jahre. Alles zu Dell auf CIO.de

Der Butler Group zufolge, hat Dell nicht mitgeteilt, ob das Projekt auch die Emissionen berücksichtigt, die bei der Herstellung der Geräte ausgeschieden werden. Außerdem werden auch die Server Produkte außer Acht gelassen. Dabei verbrauchen Server viel mehr Energie als Laptops oder Desktops, weil sie 24 Stunden täglich in Betrieb sind, während die anderen Geräte nur acht bis zehn Stunden pro Tag laufen.

Dell ist nicht die erste IT-Firma, die gezielt die Initiative ergreift, um das ökologische Bewusstsein zu stärken. Der Chip-Hersteller VIA, gab im September 2006 bekannt, dass sein neuer Chip C7-D Kohlenmonoxid-neutral aus Energieverbrauchersicht ist. Das Unternehmen beauftragte den Berater Carbon Footprint damit, herauszufinden, welchen Einfluss der Chip während seiner Betriebszeit haben wird. VIA behauptet, dass der C7-D während einer Laufzeit von drei Jahren vier Bäume zerstört.

Laut Roy Illsley, Analyst bei der Butler Group, stellt aufgrund dieses Ergebnis das Dell Umweltprogramm in Frage. Der C7-D sei nur ein Prozessor-Chip und verbraucht bei voller Kapazität von 1,8 GHz 20 Watt Energie. Aus diesem Grund sei es bedenklich, ob sechs Dollar für einen Desktop als Spende die Kosten für eine Karbon-Neutralität decken. Schließlich verbrauche ein PC rund 200 Watt Strom.