Unternehmen verteilen Aufträge auf mehrere Schultern

Outsourcing-Trend "Megascope"

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Im vergangenen Jahr zogen die Anbieter von IT-Lösungen fette Fische an Land: 312 Millionen US-Dollar gaben Unternehmen im weltweiten Schnitt für einen Outsourcing-Auftrag aus - so groß war dieser Batzen seit 2003 nicht mehr. Der Trend geht laut Outsourcing-Report von Gartner dahin, mehrere Provider ins Boot zu holen.
Outsourcing in ferne Länder macht die Kommunikation nicht einfacher.
Outsourcing in ferne Länder macht die Kommunikation nicht einfacher.

Auf der Ebene der Großaufträge heißt das, dass zu den "Megadeals" immer mehr "Megascopes" treten. Bis November 2006 zählte Gartner zehn spektakuläre Abschlüsse von einem Volumen über einer Milliarde Dollar. Ganz vorne: Der auf fünf Jahre angelegte Deal von General Motors mit EDS über 3,8 Milliarden. Die Analysten gehen davon aus, dass bis Jahresende die Marke des Vorjahres mit einer kumulierten Summe von 24 Milliarden Dollar erreicht, wenn nicht übertroffen wurde.

Zum strategischen Maßstab in den Unternehmen entwickelt sich allerdings, nicht den einen IT-Partner zu suchen, sondern die Auswahl zu streuen. Dies gilt als Trend insgesamt und nimmt bei Konzernen meist folgende Form an: Einen Großteil der Aufgaben vergeben die Unternehmen an große, weltweit operierende Provider. Bestimmte Teile übernehmen indes kleinere, teilweise regional präsente Anbieter.

Der intelligente Mix sorgt für niedrigere Kosten und besseren Service. Gartner listet elf "Megascopes" auf: Outsourcing-Bündel, deren Gesamtvolumen auf über eine Milliarde Dollar zu schätzen ist.

Zu tun haben es die IT-Manager mit Anbietern, deren Verhandlungsposition sich leicht gebessert hat und die weniger geneigt sind als früher, Zugeständnisse zu machen. Außerdem verfügt laut Gartner weniger als ein Drittel der Auftraggeber über formale Sourcing-Strategien.

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