Outsourcing

Mega-Deals laufen nur noch schleppend

23. Februar 2007
Holger Eriksdotter ist freier Journalist in Hamburg.
Anwender geben ihre IT nur noch selektiv heraus und verlangen kleinteiligere Services und Verträge mit kürzeren Laufzeiten. Die großen Anbieter reagieren erst langsam darauf, indem sie standardisierte und flexiblere Dienstleistungen schaffen.

Der Outsourcing-Markt hat sich gewandelt: Statt auf Mega-Deals setzen die Anwender immer häufiger auf eine Multi-Sourcing-Strategie. Für kleine, spezialisierte Anbieter öffnet sich damit ein neuer Markt, den sie bisher mangels Vollständigkeit des Serviceangebots nur schwer adressieren konnten. Die Großen der Branche müssen ihre Leistungen kleinteiliger zuschneiden, wenn sie ihre Rolle als Marktführer behaupten wollen.

Gab es bis vor einiger Zeit in der Regel nur ein bis zwei Outsourcer in einem Unternehmen, so fahren CIOs heute meistens eine Multi-Vendor-Strategie. „Die nie da gewesene Anzahl kleinerer Transaktionen schafft die ideale Umgebung für eine größere Vielfalt der Serviceanbieter“, sagt Bernd Schäfer, Deutschland-Chef
bei dem auf OutsourcingOutsourcing spezialisierten internationalen Beratungsunternehmen Technology Partners International (TPI). Alles zu Outsourcing auf CIO.de

Nach dem Global ITO-Survey von Gartner aus dem Jahre 2005 haben 56 Prozent der europäischen Unternehmen mehr als einen IT-Outsourcer unter Vertrag. Im Schnitt sind es vier – bei steigender Tendenz. „Es gibt heute eine Vielzahl von Anbietern für unterschiedlichste IT-Dienstleistungen auf dem Markt. Aber es bedarf einer ausgefeilten und ständig aktualisierten Sourcing-Strategie, um davon zu profitieren“, warnt Peter Dück, Vice President bei Gartner.

Die global aufgestellten Marktführer sehen den Trend zum Multi-Vendor-Sourcing mit gemischten Gefühlen – und reagieren. Zunehmend bieten sie Teile ihres Leistungsportfolios als separate Dienstleistungen an. So hat IBMIBM damit begonnen, sein Geschäft zu einem weltweit standardisierten Serviceportfolio umzustellen. Services sollen künftig wie Technologieprodukte angeboten werden; deshalb konsolidiert IBM gerade das Leistungsportfolio auf zehn Geschäftseinheiten, so genannte Service Product Lines. Alles zu IBM auf CIO.de

HP-Ziel: 80 Prozent standardisiert

Auch HPHP hat die Zeichen der Zeit erkannt: „Wir entwickeln schon seit einiger Zeit neue Servicemodelle. Unser Ziel ist es, etwa 80 Prozent unserer Produktpalette in Form standardisierter Leistungen anzubieten“, sagt Markus Feidicker, Leiter des Bereichs Managed Services bei HP in Deutschland. Unter dem Begriff Utility-Computing bietet sein Unternehmen Shared-Services auch in Produktform an: „In unserer SAP-Factory etwa bieten wir den Kunden Komplettpakete aus Hosting, Application-Management und vereinbarten SLAs zu Festpreisen an“, sagt er. Alles zu HP auf CIO.de