Medienbranche

ProSiebenSat.1 prüft Einstieg bei Scout24-Portalen

21. Juli 2015
Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 hat einem Bericht zufolge Interesse an einem Einstieg bei den Internetportalen der Scout24-Gruppe. Die Münchner seien in Gesprächen mit dem Mehrheitseigner, dem US-Finanzinvestor Hellman & Friedman, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Bankenkreise.
ProSiebenSat.1 zeigt Interesse an der Scout24-Gruppe.
ProSiebenSat.1 zeigt Interesse an der Scout24-Gruppe.
Foto: ProSiebenSat.1

Möglich sei, dass die Sendergruppe die Mehrheit übernehme. ProSiebenSat.1ProSiebenSat.1 könne aber auch einen Minderheitsanteil bei einem möglichen Börsengang kaufen, schreibt das Blatt. Ein Sprecher des TV-Konzerns wollte den Bericht am Montag nicht kommentieren. Bei dem Finanzinvestor war für eine Stellungnahme zunächst niemand erreichbar. Top-500-Firmenprofil für ProSiebenSat.1

Zur Scout24-Gruppe gehören unter anderem Immobilienscout24.de, Autoscout24.de und Financescout24.de. 2013 hatte Hellman & Friedman 70 Prozent des Unternehmens von der Deutschen Telekom gekauft. Für das Jahr hatte die Scout24-Gruppe einen Umsatz von 340 Millionen Euro ausgewiesen. Pläne, das Unternehmen an die Börse zu bringen, wurden bislang nicht umgesetzt. Auch ProSiebenSat.1 kauft seit Jahren Internetportale auf. Zuletzt hatte der Konzern Übernahmepläne für das Vergleichsportal Verivox verkündet. Eine Übernahme der Scout24-Gruppe wäre auch deshalb kartellrechtlich nicht unproblematisch.

Interessant wäre ein solches Geschäft zudem vor dem Hintergrund einer anderen Übernahmespekulation: Unbestätigten Informationen zufolge verhandeln die Münchner mit Axel Springer über eine mögliche Fusion. Springer ist ebenfalls im Geschäft mit Internetportalen und besitzt unter anderem die Seiten Immowelt und Immonet. Hinter Immobilienscout24 sind die beiden Portale zusammen die Nummer zwei unter den deutschen Angeboten. Auch hier könnte es in Verbindung mit einem größeren Einstieg bei der Scout24-Gruppe Probleme mit dem Kartellamt geben. (dpa/rs)

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