Gespräch mit Lee Epting

Samsung drängt mit Android ins Enterprise

Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
Auf dem Mobile World Congress erläuterte uns Lee Epting, verantwortlich für das Samsung Enterprise Business in Europa, die Enterprise Strategie des Konzerns. Eine Strategie, die aber noch viele Lücken aufweist.
Kann Samsung mit dem Galaxy S6 Edge endlich im Enterprise Business punkten?
Kann Samsung mit dem Galaxy S6 Edge endlich im Enterprise Business punkten?
Foto: Samsung

Zugegeben, auf dem Papier gehört das in Barcelona vorgestellte Samsung Galaxy S6 zu den SmartphonesSmartphones mit den besten Leistungswerten. Dennoch gelang es den Koreanern bislang nicht, im Enterprise Business ernsthaft Fuß zu fassen. Dieser Markt scheint derzeit fest in AppleApple Hand zu sein, unter anderem weil noch immer Sicherheitsbedenken in Sachen AndroidAndroid bestehen. Alles zu Android auf CIO.de Alles zu Apple auf CIO.de Alles zu Smartphones auf CIO.de

Mit Knox gut positioniert?

Zumindest eine Scharte, so ist Epting überzeugt, hat Samsung mit dem Galaxy S6 endgültig ausgewetzt: "Das neue Galaxy S6 Edge hat jetzt den gleichen, wenn nicht bessern Must-have-Appeal für C-Level-Executives wie das iPhoneiPhone." Zudem habe man aus der Erfahrung gelernt und die Funktionen um rund 40 Prozent reduziert, was einer einfacheren Bedienung zu Gute komme. Alles zu iPhone auf CIO.de

Den Einwand, dass nach wie vor Sicherheitsbedenken einem Enterprise-Einsatz entgegen stehen könnten, lässt die Enterprise-Chefin nicht gelten: "Mit der neusten Version von Knox sind wir hier sehr gut positioniert." Ebenso sieht sie in GoogleGoogle to work keine Gefahr für Knox. "Google for work und Knox sind komplementär zueinander", gibt sich Epting überzeugt und bittet gleichzeitig um etwas Geduld, da es noch zu früh sei, die genauen Unterschiede zu analysieren und ein Fazit über ihre Bedeutung zu ziehen. Alles zu Google auf CIO.de

Dennoch ist sie überzeugt, dass der Konzern mit Knox für das Enterprise Business gut platziert ist, zumal wichtige MDM-Anbieter wie BlackberryBlackberry, Airwatch, Good Technology etc. Knox unterstützen. In diesem Zusammenhang sollten auch die ISVs nicht vergessen werden, die entsprechend Apps für das Enterprise entwickeln. Und diese Gemeinschaft unterstütze man mittlerweile, da man ja selbst Softwareentwickler sei, mit entsprechenden Werkzeugen, "egal ob Portierungs-Tools oder Development-Frameworks". Alles zu Blackberry auf CIO.de

Deshalb stelle die Fragmentierung des Android-Betriebssystems nur bedingt ein Problem dar, zumal im Enterprise die Update-Willigkeit deutlich geringer sein dürfte wie im Consumer-Umfeld. Eine These, die zumindest mit Blick auf Windows-Desktops zutrifft.

Offene Flanken in der Enterprise-Strategie

Angesichts des Vorwurfs, dass es Samsung - vergleichbar mit Apple und IBMIBM - an vertikalen Apps mangele, gerät Epting fast in Rage. "Wir haben Partner wie Cisco, OracleOracle und andere große Software-Hersteller, die entsprechende vertikale Lösungen entwickeln." Allerdings muss die Enterprise-Chefin zugeben, dass dies bislang im Markt kaum bekannt ist: "Zu meinen Zielen für 2015 gehört, hier das Marketing deutlich zu verbessern." Alles zu IBM auf CIO.de Alles zu Oracle auf CIO.de

Offene Flanken räumt sie auch bei den gerade für Unternehmenskunden wichtigen Punkten wie Investitionsschutz oder Support ein. Hinsichtlich Investitionsschutz arbeitet Epting an möglichen Trade-in-Programmen für Europa, ebenso sei sie dabei entsprechende Replacement-Programme für den Schadensfall auf den Weg zu bringen. Ansonsten gibt sich die Managerin zuversichtlich, dass man den Unternehmenskunden über die üblichen 18 bis 24 Monate hinaus, die ein Smartphone im Consumer-Umfeld genutzt wird, einen Support biete. Zumal ihr auch bewusst ist, dass Unternehmen nicht auf jedes neue Modell upgraden, "sondern dies nur tun, wenn der ROIROI stimmt". Alles zu ROI auf CIO.de

Dass dieser bei neuer Technik oft interessant ist, veranschaulicht Epting an einem Beispiel aus der Luftfahrt. So habe eine US-Fluglinie die In-Seat-Entertainment-Systeme durch TabletsTablets ersetzt. Allein aufgrund der niedrigeren Gewichts spare die Airline nun pro Flugzeug und Jahr 200.000 Dollar an Treibstoffkosten. Alles zu Tablets auf CIO.de