Change Management bei Aon

Sharepoint und Lync keine Selbstläufer

08. April 2013
Von Nicolas Zeitler
Eingefahrene Gewohnheiten und Arbeitsweisen erschweren sogar hippen Collaboration-Tools den Start, wie CIO Hartmut Willebrand feststellen musste.
Hartmut Willebrand von Aon plädiert dafür, dass die IT beim Einführen neuer Tools und Prozesse stärker die menschliche Komponente im Blick behält.
Hartmut Willebrand von Aon plädiert dafür, dass die IT beim Einführen neuer Tools und Prozesse stärker die menschliche Komponente im Blick behält.
Foto: Aon Holding

Neue ToolsTools einführen kann jeder. Hat die IT schließlich schon immer gemacht. Vor einer echten Herausforderung steht ein CIO, wenn er mit technischen Umbauten Mitarbeiter zwingt, alte Gewohnheiten über Bord zu werfen, ihre Arbeitsweise zu ändern. Die Erfahrung hat Harmut Willebrand gemacht, CIO für die DACH-Region beim Versicherungsmakler Aon mit Sitz in Hamburg. Er sagt: "Wir sprechen zu viel in unserer Technik-Sprache mit den Mitarbeitern. Die Kollegen zur sinnvollen Nutzung der IT-Werkzeuge zu motivieren, kommt dabei zu kurz." Alles zu Tools auf CIO.de

Vor zwei Jahren bei Aon an Bord gekommen, hat Willebrand zunächst 1500 Mitarbeiter mit neuen Clients ausgestattet, ist dabei auf Windows 7 umgestiegen und hat die Software-Landschaft bereinigt. In den vergangenen zwölf Monaten dann legte er den Schwerpunkt auf tiefgreifende Neuerungen bei Technik und Prozessen. Unter anderem baute er die Server-Landschaft um, virtualisierte die Systeme. Im Rahmen dessen veränderte er auch die Datenspeicherung: Ältere und selten benötigte Daten erhielten einen weniger prominenten, kostengünstigeren Speicherplatz als neue. WAN-Acceleratoren verbessern nun den Datentransfer. Außerdem führte der CIO bei Aon die neueste Microsoft-Office-Version inklusive Lync und SharepointSharepoint ein. Alles zu Sharepoint auf CIO.de

"Technischer Machbarkeitswahn"

Der Fokus der Umsetzung lag zunächst auf der Technik. Überzeugt von ihrer Fachkompetenz, neige die IT nicht selten zu einem "technischen Machbarkeitswahn", sagt Willebrand. Doch trotz aller theoretischen Planung bleibe vieles unvorhersehbar. Die Neuerungen veränderten schließlich Grundsätzliches in der Arbeitskultur des Unternehmens. "Jetzt geht es darum, die Veränderungen den Mitarbeitern schmackhaft zu machen. Dafür muss man fast mehr Energie aufwenden als für das Technische", sagt Willebrand.

Wie schwer das Brechen mit eingefahrenen Gewohnheiten fällt, zeigte sich für Willebrand am deutlichsten bei der Einführung standardisierter Prozesse. Sie sollen den bisher so beliebten IT-Support auf Zuruf bald ablösen. "Stattdessen sollen die IT-Lösungen stets in der richtigen Version unsichtbar für alle Aon-Mitarbeiter im Hintergrund laufen und die Kollegen in die Lage versetzen, ihre Arbeit gut zu erledigen", sagt Willebrand. Allerdings: "Für die Mitarbeiter stellen sich bei dem neuen Verfahren die Erfolgserlebnisse oft erst langfristig ein", sagt der IT-Chef.

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