Die Stars der Messe

Start-ups sollen frische Ideen auf die CeBIT bringen

11. März 2014
Nur jeder dritte Bürger in Deutschland kann mit dem Begriff Start-up überhaupt etwas anfangen. Auf der CeBIT in Hannover werden die jungen Unternehmen dagegen umworben wie nie und gehören zu den Stars der Messe.

Auf der CeBIT in Hannover geht es traditionell um Innovationen. Mit der fortschreitenden Digitalisierung, dem Internet der Dinge und ganz neuen Geschäftsfeldern durch IndustrieIndustrie 4.0 muss sich die Branche immer wieder neu erfinden. Wohl auch deshalb stehen in diesem Jahr mehr denn je Start-ups im Rampenlicht der Messe. Die Branche braucht "frisches Blut" - und setzt viel daran, an neue und frische Ideen zu kommen. Zahlreiche Töpfe mit Fördergeldern sollen die Kreativität unverbrauchter Innovatoren anheizen. Top-Firmen der Branche Industrie

Fördergelder werden von vielen verschiedenen Seiten angeboten. So kürte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) in Hannover in dieser Woche die Sieger seines Gründerwettbewerbs, die eine Starthilfe bis zu 30 000 Euro erhalten.

Microsoft läutete in Hannover seine zweite Förderrunde für Start-ups ein. "Deutschland hat IT-Start-ups mit Weltmarktpotenzial zu bieten", sagte Deutschlandchef Christian Illek. Dem Softwarekonzern geht es vor allem darum, den jungen Unternehmen einen Ort fürs Netzwerken zu bieten und sie mit Investoren und Kapitalgebern zusammenzubringen. Die Gewinner dürfen im August in der Hauptstadt-Niederlassung des Unternehmens in eigens dafür vorgesehene Räume einziehen.

Auch auf europäischer Ebene tut sich was. So rief am Dienstag auch das Netzwerk EIT ICT Labs in Hannover einen Wettbewerb für junge Unternehmen aus, die ihre ersten Schritte unternehmen wollen. Die Gewinner sollen einen "fantastischen Zugang" zu Risikokapitalgebern und Investoren erhalten und von einem europäischen Partner-Netzwerk profitieren, sagt Willem Jonker, Chef der EIT ICT Labs, einer Non-Profit-Organisation für die Förderung von Innovationen in Bildung und Forschung.

Die 24 Gewinner werden in acht europäischen Städten, darunter Berlin, London und Stockholm ermittelt und müssen Geschäftsideen in zuvor bestimmten Themenbereichen verfolgen. Gesucht werden etwa Lösungen aus den Bereichen GesundheitGesundheit, neuartige Cloud-Anwendungen oder smarte Energiesysteme. Die Gewinner erhalten neben den Startgeldern von bis zu 40 000 Euro ebenfalls Büroräume, die sie bis zu sechs Monate nutzen können. Anders als viele andere Förderprogramme will das Netzwerk den Fokus auf nachhaltige Förderung legen. Top-Firmen der Branche Gesundheit

Die CeBIT hat auch diesmal für die umworbenen Start-ups eine eigene Halle reserviert. Aus rund 450 Bewerben haben es knapp 50 geschafft, einen Platz in der Halle 16 für die Präsentation ihres Geschäftskonzeptes und Gelegenheit fürs Netzwerken zu ergattern. Während der CeBIT werden dann die Sieger des diesjährigen "code_n-Awards" ermittelt.

Das große Förderangebot für junge Ideengeber und Start-ups scheint fast zu unübersichtlich reichhaltig. Und selbst die auf der CeBIT gestarteten Initiativen agieren unabhängig voneinander. Es gebe sicherlich "bessere Ideen", als drei unabhängige Awards auszuschreiben, sagt Ulrich Dietz, Initiator des Ausstellungskonzepts "code_n" und Vorstandsmitglied des Branchenverbands Bitkom, der dpa. Vermutlich wäre ein großer Preis auf der CeBIT besser gewesen.

Die neue Unübersichtlichkeit fordert auch die jungen Unternehmen heraus. "Man muss schon genau wissen, welche Preise ausgeschrieben sind", sagt Torsten Müller, Co-Gründer von Tame. "Und die Wettbewerbe muss man schon suchen." Die Mitte 2012 gegründete Firma bietet eine Kontextsuchmaschine für TwitterTwitter und hat sich in der "code_n"-Halle in Hannover auch einen Platz gesichert. Alles zu Twitter auf CIO.de

An die nötigen Informationen zu kommen, sieht auch Elena Petrov, Gründerin der Frankfurter SellNews, einer Plattform für den Austausch professioneller Bilder und journalistischer Texte, als eine große Hürde für den Aufbau eines neuen Unternehmens. Das Team aus sieben Leuten ist seit eineinhalb Jahren dabei. "Die Bürokratie ist manchmal so krass, dass man kaum noch durchsteigt", sagte Petrov. Eine Anfrage beim Bundesministerium habe sie zweieinhalb Tage gekostet, um überhaupt einen Ansprechpartner zu finden. "Da interessiert sich keiner dafür." (dpa/rs)

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Branchen: Gesundheit und Industrie

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