Alternative zum Outsourcing in Billiglohnländer

Trend bei Call-Centern geht zur Heimarbeit

11. Oktober 2007
Von Alexander Galdy
Heimarbeit in der Call-Center-Branche gewinnt immer mehr an Bedeutung. Sie wird zunehmend zu einer echten Outsourcing-Alternative für Unternehmen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der britischen Marktbeobachter von Datamonitor. Sie prognostizieren schier unglaubliche Wachstumsraten für die kommenden Jahre. Vor allem aus Kostengründen.

Bis 2012 sollen laut Datamonitor bereits rund 224.000 Call-Center-Agenten von zu Hause arbeiten. Bisher sind es lediglich 47.000. Damit sagen die Experten dem Nischensegment für die nächsten fünf Jahre einen jährlichen Anstieg von 36,4 Prozent voraus. Das ist eine der größten Expansionen innerhalb des Outsourcing-Marktes. Die überwiegende Mehrzahl der Heimarbeit findet zurzeit in den USA statt.

Nicht zu bremsender Mainstream

Heimarbeit bei Call-Centern wird also immer mehr zum Mainstream. "Das wachsende Interesse an den Heimarbeitsmodellen ist beeindruckend und es scheint sich auch nicht abzubremsen", sagt Datamonitor-Analyst Peter Ryan. Aus den massiven Investitionen, die die Unternehmen in diesen Bereich pumpen, werde ersichtlich, dass der Heimarbeiter im Call-Center-Bereich zum allgemeinen Trend wird.

Für viele Firmen ist das Modell auch eine Alternative zum OutsourcingOutsourcing in Billiglohnländer wie Indien oder China. Allerdings, so Experte Ryan, stellen die Heimarbeiter nur eine spezialisierte Nische da. Den allgemeinen Outsourcing-Trend werden sie nicht aufhalten können. Alles zu Outsourcing auf CIO.de

Heimarbeit ist vor allem für die Kundenbetreuung in den Bereichen Technologie, Healthcare, Tourismus oder Versicherung von Bedeutung. Das entspricht der Tatsache, dass diese Bereiche höchst spezialisiert sind und es in vielen Fällen schwierig ist, entsprechende Call-Center-Agenten zu rekrutieren. Denn auch hier zeigen sich bereits erste Anzeichen eines Fachkräftemangels.