Datenschutzgesetz

Umstrittene Bewerbersuche auf Facebook & Co.

06. Februar 2013
Christoph Lixenfeld ist freier Autor in Hamburg.
Google ja, Facebook nein. Ein neues Gesetz soll Regeln, was Arbeitgeber im Web über Bewerber recherchieren dürfen. Experten halten es für nicht ausreichend praxisnah.

Der Fall hatte eine Menge Aufsehen erregt: Etwa ein Jahr lang hatte der Niederländische Arzt Ernst J. S. bis zu seiner Entlassung vor wenigen Tagen in einer Klinik in Heilbronn gearbeitet, obwohl in seiner Heimat schwerste Vorwürfe gegen den Neurologen erhoben werden.

Daumen runter: Die Recherche in Facebook-Profilen kann Personalern Ärger einbringen.
Daumen runter: Die Recherche in Facebook-Profilen kann Personalern Ärger einbringen.

Neun Todesfälle wegen Falschdiagnosen werden ihm zur Last gelegt, darunter auch ein Selbstmord nach der Diagnose "Alzheimer". Außerdem sollen 13 Patienten als Folge seiner Fehldiagnosen ohne medizinische Notwendigkeit am Gehirn operiert worden sein.

Das Tragische daran: Der Mann hatte in den Niederlanden bereits 2006 seine Approbation zurückgegeben; dass brisante Vorwürfe gegen ihn im Raum stehen, hätte jeder potenzielle Arbeitgeber spätestens seit 2009 durch schlichtes Googeln feststellen können.

Offenbar hat sich niemand die Mühe gemacht. Deshalb stellt sich grundsätzlich die Frage, wie und was Arbeitgeber über ihre zukünftigen Arbeitnehmer recherchieren sollten, dürfen, müssen.