Retail IT


Edeka-Pilotprojekt

Unbezahlte Mehrarbeit vs. Überstundenkonto

20. Dezember 2012
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Mit Mehrarbeit schieben laut Haller Wirtschaftsforschern oft Hochqualifizierte ihre Karriere an. Edeka plant nun ein Modell, Überstunden langfristig anzulegen.
Besonders bei Hochqualifizierten und Führungskräften häufen sich die Überstunden.
Besonders bei Hochqualifizierten und Führungskräften häufen sich die Überstunden.
Foto: MEV Verlag

Im Durchschnitt leistete ein Arbeitnehmer im Jahr 2010 insgesamt 12,3 Überstunden pro Monat. 6,9 dieser Stunden wurden durch Freizeit ausgeglichen oder bezahlt. 3,2 Stunden wurden nicht kompensiert, bei den übrigen verhielt es sich teils/teils. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle.

Mit dem beruflichen Status steigt die Zahl der Überstunden - sowohl vergüteter als auch nicht vergüteter. Gerade Angestellte mit Personalverantwortung leisten mit mehr als 19 unbezahlten Überstunden pro Monat besonders viel Mehrarbeit.

Ein Grund für die unbezahlte Mehrarbeit ist nach Meinung der Studieninitiatoren ihr Investitionscharakter. Denn sie könne die Karrierechancen verbessern und damit ein höheres zukünftiges GehaltGehalt erwarten lassen. Ein Indiz dafür sei, dass gerade Hochqualifizierte die meisten Überstunden leisten. Alles zu Gehalt auf CIO.de

Anfang des Jahres haben wir auf CIO.de Zahlen des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2010 vorgestellt, nach denen auch die flexiblen Arbeitszeiten eine maßgebliche Ursache für Überstunden darstellen. Der Vergleich zeigt deutlich: Nur 15,1 Prozent der Arbeitnehmer mit strikt geregelten Zeiten und Vollzeitstelle arbeiten pro Woche länger als 40 Stunden. Wer seine Zeit aber völlig frei einteilen kann, hat zu 57,1 Prozent deutlich mehr als eine 40-Stunden-Woche.