Millionenwert

US-Justiz versteigert erstmalig Bitcoins

29. Juni 2014
Wenn die US-Justiz zur Auktion lädt, werden normalerweise beschlagnahmte Wertgegenstände wie Gemälde oder Autos versteigert. Nun wird erstmals die Digitalwährung Bitcoin angeboten - die Bestände stammen aus dem Fundus eines illegalen Onlinemarktplatzes für Drogen.

Die US-Regierung füllt ihre Staatskasse auf ungewöhnliche Art und Weise: Am Freitag kommen in den USA fast 30000 Bitcoins unter den Hammer. Das Digitalgeld war nach Angaben des Justizministeriums bei dem Online-Handelsplatz Silk Road beschlagnahmt worden. Wegen krimineller Geschäfte wurde die Plattform inzwischen geschlossen. Es ist das erste Mal, das die US-Justiz Bitcoins versteigert, doch es dürfte erst der Auftakt sein.

Auktionen dieser Art sind für die Regierung eigentlich nichts Besonderes. Normalerweise kommen aber handfeste Vermögenswerte zum Einsatz, die bei Razzien oder FBI-Einsätzen sichergestellt werden. "Bitcoins zu verkaufen ist etwas anderes als einen 1998er Chevrolet mit ein paar Einschusslöchern in der Fahrertür", sagt Experte Steven Englander von der Citigroup.

Der Bitcoin ist eine völlig virtuelle Angelegenheit. Die digitale Währung gibt es erst seit 2009. Sie wird vor allem bei Geschäften im Internet als Zahlungsmittel eingesetzt und kann auf Tauschplattformen mit etablierten Devisen wie Euro oder Dollar gekauft werden. Auf den Portalen kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Hackerattacken, technischen Pannen und Cyber-Diebstählen. Notenbanken warnen auch wegen extremer Kursschwankungen vor Geschäften mit Bitcoins.

Dennoch dürfte die US-Staatskasse durch die Bitcoins ordentlich aufgefüllt werden: Zwischen 17 und 18 Millionen Dollar könnte die Auktion einspielen, zuletzt war ein Bitcoin etwas weniger als 600 Dollar wert. Das Ergebnis soll Montagnacht mitteleuropäischer Zeit bekanntgegeben werden. Die Regierung bietet als Testballon zunächst nur 20 Prozent der insgesamt 144 342 bei Silk Road sichergestellten Bitcoins an.

Die im Oktober 2013 geschlossene Handelsplattform galt als eine Art illegaler Online-Supermarkt. Auf der Plattform sollen den Behörden zufolge unter anderem Drogen, Waffen, gefälschte Pässe und sogar Auftragsmorde angeboten worden sein. Die Ermittler gehen davon aus, dass über Silk Road zwischen Januar 2011 und Oktober 2013 verbotene Geschäfte in einem Volumen von mehr als einer Milliarde Dollar gemacht wurden. (dpa/rs)

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