Frauen in Führungspositionen

Warum es mit dem Vorstandsposten nicht klappt

02. November 2009
Von Monika  Henn
Gemischte Führungsgremien aus Frauen und Männern arbeiten nachweislich erfolgreicher. Trotzdem schaffen nur wenige Frauen den Sprung nach ganz oben. Das liegt nicht nur an überholten Geschlechterstereotypen, sondern vor allem am unterschiedlichen Konkurrenzverhalten. Coaching und Mentoring können Abhilfe schaffen.
Frauen an die Front: Weibliche Chefs steigern die Unternehmenserträge.
Frauen an die Front: Weibliche Chefs steigern die Unternehmenserträge.

Sind Frauen die besseren Führungskräfte? Eine provokante Frage, auf die die Führungsforschung bis vor Kurzem noch keine klare Antwort hatte. Mangels weiblicher Masse in den Chefetagen konzentrierte sich die Wissenschaft bislang vor allem auf Männer. Doch seit einigen Jahren hat sich die Führungsforschung der Spezies Frau angenommen - und dabei Dinge herausgefunden, die eigentlich eine Revolution in den Chefetagen hätten auslösen müssen. Denn inzwischen steht fest: Frauen, die den Weg in die Führungsetagen schaffen, sind im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen die wirkungsvolleren und erfolgreicheren Führungskräfte.

So fand die Unternehmensberatung McKinsey in ihrer Studie "Women Matter" über weibliche Führungskräfte heraus, dass Firmen mit einem hohen Frauenanteil im Vorstand um 48 Prozent höhere Gewinne (vor Zinsen und Steuern) erwirtschaften als der Branchendurchschnitt. Und das amerikanische Gender-Forschungs- und Beratungsinstitut Catalyst ermittelte bei einer Analyse der 500 größten börsennotierten Unternehmen in den USA eine bis zu 53 Prozent höhere Eigenkapitalrendite bei Unternehmen mit Frauen an der Führungsspitze.

Nachweislich steigen die Unternehmenserträge bereits dann, wenn mindestens drei Frauen zum Vorstand gehören. Drei Frauen müssen es jedoch wenigstens sein, damit sie sich vor dem Hintergrund der traditionellen Machtstrukturen Geltung verschaffen können. Die klassische Einzelkämpferin kann ebenso wenig verändern wie die Alibifrau.'

Gemischte Führungsgremien erwirtschaften also nachweislich bessere Zahlen und stehen zudem für eine moderne, angenehmere Unternehmenskultur. Wenn das so ist, warum sind dann noch nicht mehr Frauen in Führungspositionen? Warum ist die Revolution bislang ausgeblieben? Sicher, die zum Teil ungünstigen Rahmenbedingungen spielen hier eine Rolle. Weiterhin ungenügende Kinderbetreuung, mangelnde Integration von Beruf und Privatleben sowie unausrottbare Geschlechterstereotype sind immer wieder beschrieben worden. Kein Wunder, dass 75 Prozent der Führungsfrauen in meiner Untersuchung keine Kinder haben.

Foto: Harvard Businessmanager

Gefunden in: Harvard Business Manager

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