CIO Auf- und Aussteiger


Döhler GmbH verliert CIO

Werner Scherer ist tot

16. Januar 2015
Horst Ellermann ist Herausgeber des CIO-Magazins.
Nach langer, schwerer Krankheit ist am Montag Werner Scherer verstorben. Er erlag einem Krebsleiden. Die CIO-Community trauert um ein Urgestein der Zunft.
Werner Scherer
Werner Scherer
Foto: Döhler GmbH

Werner Scherer war seit 25 Jahren CIO. Angefangen hatte er seine KarriereKarriere 1978 bei SiemensSiemens als Programmierer, Projektleiter und Software-Entwicklungsleiter. Zwölf Jahre später wagte er sich dann erstmals auf den CIO-Stuhl, damals bei Mero Ingenieurbau. Nach fünf Jahren in dieser Funktion wechselte er wieder für fünf Jahre zu Hebel Fertighäuser, wieder als CIO. Seine Beständigkeit bei der Jobwahl durchbrach er nur einmal, als er 2001 zu Weru Fenster und Türen ging und das Unternehmen im gleichen Jahr auch wieder verließ. Top-500-Firmenprofil für Siemens AG Alles zu Karriere auf CIO.de

Es folgten zwölf Jahre bei der Döhler GmbH als Head of ORG/IT. Scherer war immer sehr stolz, dort eine zentralistische, höchstintegrierte SAP-Architektur geschaffen zu haben - wenngleich er SAPSAP nie für ein Allheilmittel gehalten hat. Mit dem ihm eigenen Humor hat er gerne die Geschichte erzählt, als das ERP-SystemERP-System bei der Döhler Gruppe dafür herhalten sollte, die Produktion zu steuern. Keine gute Idee, denn Döhler ist ein Hersteller von Geschmacksstoffen für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Und in dieser Branche wird in ppm gerechnet - anders als bei SAP. Alles zu ERP auf CIO.de Alles zu SAP auf CIO.de

SAP rundet die zweite Stelle hinter dem Komma, was im Modul Finance und Controlling wirklich sinnvoll ist. Um den Apfelgeschmack in Limonaden zu steuern, stellte sich diese eher grobe Betrachtung jedoch als nicht so dienlich dar. Werner Scherer konnte sich auch Jahre später noch köstlich darüber amüsieren, wie Tanklaster voll mit Limonade der Marke Lift ihre Fracht "in den Gulli kippten, weil alles nach Apfel stank." Für einen Diplom-Ingenieur für Elektrotechnik und Automatisierung wie Scherer ein willkommener Beweis, dass in der IT eben doch nicht jede Software von der Stange genommen werden kann.

Werner Scherer wäre am 29. Januar 62 Jahre alt geworden. Immer wieder hat er sich gegen die Leukämie aufgebäumt und auch in der CIO-Community immer wieder versucht aktivere Rollen zu spielen - so wie früher. Seit vielen Jahren war er Mitglied unserer CIO-Bundesliga-Tipprunde. Die letzten Spielrunden hatte er sich aber schon nicht mehr beteiligt - vielleicht, weil seine "Roten Teufel" vom 1. FC Kaiserslautern auch nicht mehr mitgespielt haben, was den gebürtigen Kaiserslauterer sehr geschmerzt hat. Vielleicht aber auch, weil andere Themen wichtiger wurden. Wir vermissen ihn.