Cloud als Sprungbrett für Unternehmen

Wie die IT-Transformation gelingt

27. Juni 2014
Von Frank Westermann
Cloud Computing ist mittlerweile der Motor der Digitalisierung. Die Transformation der IT ist anspruchsvoll. Praxisbeispiele zeigen, wie es richtig geht.

Eine unweigerliche Folge der Digitalisierung ist der steigende Datenverkehr. Einer der wichtigsten Treiber dieses Wachstums ist das mobile Internet. Besonders der mobile Datenverkehr wird von 2,6 Exabyte in 2014 auf voraussichtlich 15,9 Exabyte im Jahr 2018 ansteigen. Nur logisch, dass das Thema Digitalisierung weit oben auf der Agenda eines jeden CIOs ist. Denn schließlich will die Unmenge von Daten, gebündelt und verwaltet werden.

Hinzu kommt, dass immer mehr Geschäftsprozesse automatisch abgewickelt werden. Daher müssen etwa die Server von Online-Versandhäusern rund um die Uhr einwandfrei funktionieren. Ganz gleich, ob tagsüber im Online-Shop nur wenig bestellt wird oder eine Sonderaktion einen Bestellansturm auslöst. Die Rolle des CIO ist es, die flexible Skalierung von Datenmengen zu garantieren. Dazu muss er eine flexible Sammel- und Computing-Anlaufstelle bereitstellen. Diese IT-Struktur muss zudem noch die Datensicherheit gewährleisten und zuverlässig sein, das heißt 24x7 ohne Ausfälle verfügbar sein. Die Antwort auf die diversen Herausforderungen führt CIOs unweigerlich zum Thema Cloud. Mehr als die Hälfte der ICT-Entscheider in Deutschland und den USA sehen Cloud-Computing als dominierende Alternative für den ICT-Bezug.

Denn Cloud-Computing bietet im Gegensatz zu heterogenen, sperrigen Altanwendungen eine flexible IT-Struktur und damit die Fähigkeit, auf Marktbewegungen schnell zu reagieren. Darüber hinaus ermöglicht Cloud agiles Prototyping und das Ausloten neuer Geschäftsmodelle "auf der grünen Wiese" ohne eine komplizierte Anbindung an die Legacy-IT im Vorfeld. Bei der Auswahl des Cloud-Anbieters kommt eine weitere Komponente hinzu: Die Sicherheit der geschäftskritischen Daten.

Transformation in die Cloud

Diese Vorteile von Cloud haben 40 Prozent der Unternehmen in Deutschland erkannt: Sie nutzen Cloud-Computing bereits, weitere 29 Prozent diskutieren den Einsatz. Dennoch bleibt eine Transformation in die Cloud anspruchsvoll. Wo fängt man an? Sind unsere geschäftskritischen Prozesse ausfall- und unsere (Kunden-)Daten zugriffssicher? Und wie flexibel bin ich wirklich, wenn ich den Einsatz einmal in Gang gesetzt habe? Dass Cloud-Computing wirklich so zuverlässig, sicher und skalierbar ist und zudem neue Geschäftsmodelle ermöglicht, zeigen folgende vier Beispiele:

IT-Infrastruktur zuverlässig und flexibler gestalten

Besonders bei rasant wachsenden Unternehmen müssen Anwendungen rund um die Uhr verfügbar sein - und das 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche. Mit dieser Herausforderung sah sich Consol, Südafrikas Verpackungsglashersteller Nummer eins, konfrontiert. Sein Expansionskurs brachte innerhalb von vier Jahren eine Volumenverdoppelung, das statische IT-System kam dabei an seine Auslastungsgrenze. Trotzdem musste die Ausfallsicherheit der 15 Millionen Euro teuren Hochöfen, die 7x24x365 in Betrieb bleiben müssen, weiterhin sichergestellt werden.

Die Lösung: Eine Private Cloud, deren Struktur redundant ist und damit die alte IT-Struktur konsolidiert. Das Ergebnis: Eine Verfügbarkeit der Systeme von 99,5 Prozent und 25 Prozent niedrigere Kosten innerhalb von zwei Jahren durch die Nutzung von Cloud im Vergleich zum Betrieb des eigenen Rechenzentrums zuvor. Durch die Transformation in die Cloud kann Consol sein komplexes Geschäft und Wachstum vorantreiben - mit dem CIO als Business-Treiber.

Sicher global zusammenarbeiten

Viele Unternehmen denken über eine Transformation ihrer Collaboration-Umgebung in die Cloud nach. Denn hier ist der Integrationsaufwand gering, da Collaboration-Tools wie E-Mails selten an andere Systeme geknüpft sind. Über eine skalierbare Cloud-Lösung, die mit den Geschäftsanforderungen wächst, lassen sich schnell Kosten sparen, die dann für neue Busines-Anwendungen verwendet werden können. Die Frage, die sich CIOs stellen, lautet vielmehr: Möchte ich die günstige Public Cloud nutzen oder die sichere Private Cloud?

Um eine IT-gestützte CollaborationCollaboration der Mitarbeiter unter Einhaltung der firmeneigenen Compliance-Regeln und des deutschen Datenschutzes zu realisieren, entschied sich ein weltweit führender Automobilhersteller für die Private Cloud. Die zwei zu bewältigenden Herausforderungen: die Neuimplementierung einer Dynamic-Services-for-Collaboration-Plattform sowie die Transformation der Mailsysteme. Das Ergebnis: Durch die 99,9 prozentige Verfügbarkeit der Collaboration-Services für die 200.000 Unternehmensmitarbeiter erhöhte sich die Produktivität. Zugleich wurden Kosten durch die Auslagerung des Betriebs verringert und Prozesse beschleunigt. Alles zu Collaboration auf CIO.de

Neue Geschäftsmodelle einfacher etablieren

Cloud unterstützt Unternehmen dabei, neue Geschäftsideen voranzubringen. So starteten Airbus und T-Systems auf Basis von Cloud eine Cross-Industry-Kooperation mit dem Kofferhersteller Rimowa, um die Idee eines selbstreisenden Koffers zu realsieren. Denn neue Geschäftsmodelle benötigen für den Start häufig keine Anbindung an die umfangreiche Legacy-IT. Mittels eines separaten Servers aus der Cloud können die Potenziale von Pilotprojekten, so auch bei Airbus, unkomplizierter ausgelotet werden.

Skalierbare IT für schnell wachsende Start-Ups

Cloud hilft ebenfalls dabei, gänzlich neue Geschäftsmodelle auszutesten und den Aufwand flexibel zu skalieren. So spielte die Technologie bei dem Start-Up Runtastic, einem Anbieter von Fitnessapplikationen, die entscheidende Rolle für den Erfolg. Über mobile Apps des Dienstleisters können Nutzer etwa ihre Laufleistungen überprüfen. Der rapide Anstieg der App-Downloads von 19 auf über 60 Millionen innerhalb eines Jahres erforderte die Transformation in die Cloud. Hinzu kam, dass Nutzer ihre App häufig zeitgleich in ihrer Freizeit verwenden, sodass der Ausgleich von Lastspitzen eine echte Herausforderung für Runtastic war. Eine IT-Infrastruktur musste her, die schnell wachsenden Nutzerzahlen sowie den Lastspitzen gerecht wird.

Die Nutzung eines vCloud-Datacenters von T-Systems war die Lösung. Dabei werden die mit VMware-Lösungen virtualisierten Anwendungen im eigenen RechenzentrumRechenzentrum bei Bedarf auf Knopfdruck erweitert oder verlagert. Die redundante Auslagerung der IT-Infrastruktur und Nutzung der T-Systems Cloud-Kapazitäten verschafft Runtastic entscheidende wirtschaftliche Vorteile: Es spart durch die verbrauchsabhängige Nutzung 40 Prozent an Kosten. Außerdem kann sich die IT nun auf die Entwicklung hochwertiger Apps konzentrieren, die sie dann mittels der Cloud-Technologie einfach umsetzt. Alles zu Rechenzentrum auf CIO.de