Rat von Psychologen

Wie Führungskräfte internationale Teams leiten

27. Februar 2013
Bettina Dobe ist freie Journalistin aus München. Sie hat sich auf Wissenschafts-, Karriere- und Social Media-Themen spezialisiert. Sie arbeitet für zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland.
Am kreativsten sind international verteilte Teams dann, wenn sich Teamleiter und Mitarbeiter gut verstehen und persönliche Beziehungen aufbauen.

Entscheider kennen das Problem: Ihre Teams sitzen auf mehreren Kontinenten, in unterschiedlichen Zeitzonen - und manchmal könnte man glauben, auch auf unterschiedlichen Planeten. Denn die Zusammenarbeit in interkulturellen Teams ist nicht immer einfach. Das gefährdet den Projekterfolg und natürlich auch langfristig den Geschäftserfolg. Psychologen der Universität von Illinois haben nun herausgefunden, wie solche Teams am besten zusammen arbeiten. Wir verraten Ihnen, wie Entscheider diese Teams zu Höchstleistungen anspornen können.

Warum internationale Teams besser sind

Wenn alle Teammitglieder auf der ganzen Welt verteilt sind, ist die Zusammenarbeit schon logistisch eine Herausforderung.
Wenn alle Teammitglieder auf der ganzen Welt verteilt sind, ist die Zusammenarbeit schon logistisch eine Herausforderung.
Foto: imageteam - Fotolia.com

Eigentlich ist die Sache klar: Für Innovationen eignen sich international zusammen gesetzte Teams besser. Das Wissen ist diversifizierter und die Expertise deutlich breiter als bei Teams, die nur aus einer Nationalität zusammen gesetzt sind. Um das Potenzial auch ausschöpfen zu können, müssten die Teams alle gemeinsam Einfluss auf Ziele, Prioritäten und Entscheidungen haben. Aber das ist schwierig, wenn alle über den Globus verteilt sind. Vor allem in solchen Situationen ist die Rolle des Chefs entscheidend.

Entscheider sollten alle Teammitglieder im Boot halten. Denn diejenigen, die räumlich am weitesten weg waren, fühlten sich oft isoliert, übergangen und trugen weniger zum Ergebnis bei. Damit das international zusammengesetzte Team auch all seine Kapazitäten ausschöpfen kann, muss der Chef mehr leisten als bei normalen, örtlich gebundenen Teams, bei denen ein Gefühl der Verbundenheit automatisch, quasi in der Kaffeeküche, entsteht.

Chef als Moderator

Der Teamleader muss eine Moderatorrolle übernehmen und häufig mit den Mitgliedern im Kontakt sein. "Ein guter Leader- Mitglied-Austausch lebt davon, dass der Teamchef die Mitglieder als Individuen behandelt und eine gute Beziehung zu jedem einzelnen aufbaut, die auch auf socio-emotionalen Ressourcen aufbaut", heißt es in der Studie. Soll heißen: Eine persönliche Beziehung zu jedem Teammitglied ist wichtig und der Leader muss darauf achten, auch tatsächlich eine persönliche Beziehung aufzubauen.

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