Prozessunterstützung im Allfinanzkonzern

Zweimal IT im Vorstand

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Bei der Münchner Allianz Versicherung wird nichts übers Knie gebrochen. Trotzdem wurde die Übernahme der Dresdner Bank in Rekordzeit abgeschlossen - und die IT läuft rund. Wesentliche geschäftskritische Anwendungen sind Eigenentwicklungen; Outsourcing gibt es nur mit Augenmaß.

Bei der Allianz sei die IT-Strategie kein Motto, das leicht ausgegeben werde und sich schnell wieder ändere, betont Friedrich Wöbking, IT-Vorstand für die Allianz Versicherungs-AGAllianz Versicherungs-AG und die Dresdner Bank. Gemeinsam mit Vorstandsmitglied Gerhard Rupprecht, der neben dem Ressort Lebensversicherungen für die IT in der Gruppe zuständig ist, verantwortet er die IT des Konzerns. Top-500-Firmenprofil für Allianz Versicherungs-AG

Friedrich Wöbking verantwortet auf Vorstandsebene die IT der Allianz Versicherungs-AG und der Dresdner Bank; sein Kollege Gerhard Rupprecht ist für die Allianz Group zuständig.
Friedrich Wöbking verantwortet auf Vorstandsebene die IT der Allianz Versicherungs-AG und der Dresdner Bank; sein Kollege Gerhard Rupprecht ist für die Allianz Group zuständig.

Bei den Münchnern, die sich seit der Fusion mit der Dresdner Bank auf dem Weg zum globalen Finanzdienstleister befinden, sind IT und Geschäft traditionell eng miteinander verzahnt. Sach-, Lebens- und Krankenversicherungen bilden den Kern der Allianz. Die Unterstützung der Vertriebsleute vor Ort hat oberste Priorität. Immer schneller werden neue Produkte auf den Markt geworfen, die von der IT so zeitnah wie möglich abgebildet werden müssen.

"Das Agentur-Management-Informationssystem 'Amis' haben wir eins zu eins auch bei der Dresdner Bank installiert", sagt Ralf Schneider, Leiter Informationssysteme des Vertriebs. Die Vertreter in 14 000 Agenturen und die Versicherungs- und Vermögensbeauftragten in den Bankfilialen haben damit Zugriff auf das Intranet, wo das gesamte Angebot des Konzerns hinterlegt wird. Im Rahmen eines Pilotprojekts wird derzeit auch der Zugriff über UMTS getestet.

Großer Anteil an IT-Eigenentwicklungen

Traditionell gibt es eine große Menge an selbst entwickelter Software bei der Allianz, wie auch bei vielen anderen BankenBanken und Versicherern. Wichtigste IT-Anwendungen sind neben Amis die Kundendatenbanken "CDB" und Data Warehouses für die Versicherung sowie die mächtigen Backoffice-Systeme bei der Bank und der Versicherung. Top-Firmen der Branche Banken

Die wichtigsten laufenden IT-Projekte sind die Smartcard-Einführung im Außendienst, die Migration auf Windows XP und die IT-Realisierung der Anforderungen für Basel II sowie für das US-Bilanzierungssystem GAAP. Bei der Dresdner Bank geht es vor allem um die Erneuerung der Kreditsysteme.