Preis für DFKI-Forscher

Der sprachgesteuerte iPad-Arbeitsplatz

15.12.2011, von Hartmut Wiehr

Radiologen waren bisher meist an stationäre Arbeitsplätze gebunden. Mit "RadSpeech" können sie auch direkt beim Patienten auf ihre Bilder und Daten zugreifen.

Das DFKI (Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz) hat für seine Entwicklung eines mobilen Arbeitsplatzes für Radiologen einen Preis gewonnen: Einer der "German High Tech Awards 2011" wurde auf dem weltweit größten Kongress für medizinische Bildgebung der RSNA (Radiological Society of North America) an Daniel Sonntag vom DFKI übergeben.

Die à la Apple gestylte Oberfläche von RadSpeech: Für Radiologen ein neues Dialogsystem für ihre Arbeit mit den Patienten.Vergrößern
Die à la Apple gestylte Oberfläche von RadSpeech: Für Radiologen ein neues Dialogsystem für ihre Arbeit mit den Patienten.
Foto: DFKI

Das RadSpeech genannte System ist ein mobiler Arbeitsplatz hauptsächlich für Radiologen. Laut DFKI soll der so ausgestattet sein, "wie sich viele Radiologie-Spezialisten ihren Arbeitsplatz der Zukunft wünschen: mit sprachlicher Interaktion im mobilen Umfeld". Per Sprachbefehl könnten Radiologen oder behandelnde Ärzte dann elektronische Krankenakten mit den dazugehörenden Bilddateien "abrufen, durchsuchen und per Touchgeste auf dem iPad beliebig anordnen".

Bilder aus radiologischen und tomografischen Untersuchungen lassen sich in einer solchen Umgebung "mithilfe natürlicher Sprache und Zeigegesten annotieren und über eine semantische Suche wieder finden". Diese Technologie sei sogar weiter ausbaubar: Die dialogbasierte Bildsuche und die Annotation könnten die Grundlage für zukünftige computergestützte klinische Entscheidungsfindung und Diagnose bieten, also über den engeren radiologischen Bereich hinausgehen, schreiben die Forscher vom DFKI.

Wie das DFKI darüber hinaus mitteilt, kann durch die intuitive Benutzbarkeit von RadSpeech der Arbeitsablauf eines Arztes unterstützt werden. Dies sei besonders in Situationen wichtig, in denen keine feste Arbeitsstation zur Verfügung stehe. Man denkt dabei vor allem an die Patientenvisite oder an Besprechungen unter Ärzten.

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