Insourcing rückläufig

Die Outsourcing-Pläne der Anwender

19.02.2013, von

Viele Unternehmen planen, wieder mehr auszulagern. Vor allem die größeren Firmen nehmen dafür Geld in die Hand.

2012 war kein gutes Jahr fürs Outsourcing. In Deutschland gab es sogar ein Minus von 40 Prozent bei BPO und IT-Outsourcing. Aber die Industrie erholt sich wieder, die Totengesänge waren wohl verfrüht. In ihrer Studie "State of Outsourcing 2013", für die die Analysten der Beratungsgesellschaft Horses for Sources gemeinsam mit KPMG 1355 Manager befragten, wurde eines deutlich: Outsourcing ist nicht tot. Die Unternehmen haben dazu gelernt und gehen 2013 mit neuem Schwung und besseren Outsourcing Plänen an.

Mehr Outsourcen

Viele Firmen planen, 2013 mehr Anwendungen auszulagern.Vergrößern
Viele Firmen planen, 2013 mehr Anwendungen auszulagern.
Foto: HfS Research

HfS befragte Unternehmen, wie denn ihre Pläne für das Jahr 2013 aussähen. Und die überraschende Antwort: Nicht einmal fünf Prozent der Befragten wollten ihr IT-Outsourcing Pläne - oder Outsourcing in irgendeinem anderen Business-Bereich - herunterfahren. Im Gegenteil: Knapp die Hälfte will ihre Application Services sogar noch weiter auslagern. Etwa 40 Prozent wollen ihre Finanzdienstleistungen vermehrt oder erstmals von Unternehmens-Externen durchführen lassen und etwa ein Drittel will mehr HR auslagern.

Verlassen sich die Unternehmen in Zukunft auf ein Hybrid-Modell, auf ein In-house Shared Services Modell oder lagern sie den gesamten Prozess aus? Wie in der Studie herauskam, plant knapp die Hälfte (47 Prozent), einen Teil ihrer Services ganz auszulagern und fast ebenso viele (45 Prozent) setzen auf ein Hybrid-Outsourcing Modell. An den Zahlen wird auch deutlich, dass Inhouse Outsourcing an Attraktivität verliert: Elf Prozent der Befragten planen, 2013 diese Aktivität deutlich zurückzufahren und 28 Prozent wollen sie zumindest moderat zurückfahren.

Neue Priorität Outsourcing

Wenig überraschend sind die Gründe, die Unternehmen für ihre Pläne angaben: Kosten, weltweite Lieferung und Standardisierung. 87 Prozent gaben an, dass die Kostenfrage für sie ausschlaggebend war. Aber, wie die Analysten von HfS anmerkten: "Die Daten sagen uns, dass die große Mehrheit der Unternehmen es inzwischen als ihre Priorität ansieht, einen Industrie-Standard zu erfüllen", heißt es im Report. Um im Wettbewerb mithalten zu können, ergibt es mehr Sinn, als Standard best-in-class zu haben, als ein mittelmäßiges, selbst-produziertes Produkut. Und wie erreicht man die Standardisierung? Auslagern.

Weitere Inhalte zu:
Outsourcing, Cloud, Hybrid, Kosten, Inhouse