| Inhalt dieses Artikels: | |
| Datenschutz ist Firmen einfach nicht wichtig | |
| Knausern beim Personal | |
| Datenschutzbericht höchstens einmal im Jahr | |
01.06.2010, von Andreas Schaffry
Datenschutzbeauftragte in Deutschland müssen mit wenig Budget und Personal auskommen, bei Pannen werden sie zu spät informiert. Der Grund: Firmen nehmen den Datenschutz nicht ernst und sind ohne Sicherheitsstrategie.
Die Berliner Landesbank verliert zehntausende Kreditkartenabrechnungen mit allen Kundendaten. 2006 wurden bei T-Mobile 17 Millionen Kundendaten gestohlen.
Die Liste spektakulärer Datenpannen lässt sich beliebig fortsetzen. Obwohl deutsche Unternehmen dadurch ihren guten Ruf aufs Spiel setzen, ist Datenschutz für fast die Hälfte nur ein Randthema und von geringer Bedeutung.
| Je größer eine Firma ist, desto wichtiger nimmt sie offenbar den Datenschutz. Insgesamt 67 Prozent der Datenschutzbeauftragten in Konzernen mit über 10.000 Mitarbeitern schätzen das Thema als sehr wichtig ein; in Betrieben mit weniger als 5.000 Beschäftigten ist es nur die Hälfte. |
Zu diesem Kernergebnis kommt die Studie "Wie sieht die Datenschutzlage in deutschen Großunternehmen aus" die TNS Emnid für die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) durchführte.
Dass die Firmen den Datenschutz immer noch nicht als Kernaufgabe betrachten, zeigen auch weitere Umfrageergebnisse. So sind die Datenschutzbeauftragten (DSB) nur in 54 Prozent der Fälle organisatorisch unmittelbar der Geschäftsleitung unterstellt. Jeweils zwölf Prozent der Datenschützer sind der Rechtsabteilung und der internen Revision zugeordnet, sieben Prozent der IT-Abteilung.
| ||||