Linkedin: Täglich 9 Minuten investieren

6 Tipps für die Karriere

02. August 2012
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Viele Berufstätige denken, dass sie täglich 30 bis 60 Minuten für ihre Karriere aufbringen sollten. Experten winken ab.

Zwei Drittel (69 Prozent) der deutschen Fach- und Führungskräfte glauben, sie müssten täglich zwischen einer halben und einer ganzen Stunde in ihre KarriereKarriere investieren. Im Ländervergleich ist das viel. Das Businessnetzwerk Linkedin befragte weltweit rund 3200 Fach- und Führungskräfte, wie viel Zeit man ihrer Meinung nach in das berufliche Vorankommen investieren sollte. Neun Minuten reichen aus, so die Antwort des Ländermittels. Alles zu Karriere auf CIO.de

"Mehr als neun Minuten müssen es nicht sein", sagt auch Alexander Zipp, Marketing Manager bei Linkedin. Diese Zeit reiche aus, um das Arbeitsleben nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten. Auch bei der Frage nach dieser Ausgestaltung heben sich die Antworten der Linkedin-Nutzer aus Deutschland von Berufstätigen aus anderen Ländern ab. "Die Deutschen sind einzigartig, was ihre Arbeitseinstellung angeht", so Zipp. Es gehe ihnen nicht darum eine Karriere um ihrer selbst willen voranzutreiben, sondern vielmehr darum, die eigenen Interessen und Vorlieben in jedem Lebensbereich zu verfolgen.

Nur mit dem eigenen Chef ein Netzwerk aufzubauen, reicht nicht aus.
Nur mit dem eigenen Chef ein Netzwerk aufzubauen, reicht nicht aus.
Foto: Julien Eichinger - Fotolia.com

Die Umfrageteilnehmer aus Deutschland haben eine konkrete Vorstellung davon, wie sie ihr Berufsleben selbst gestalten möchten: Mehr als drei Viertel (76 Prozent) möchten Aufgaben möglichst effektiv erledigen, 45 Prozent wollen sich Expertenwissen aneignen. An dritter Stelle folgt das persönliche Netzwerken mit Kollegen (31 Prozent), an vierter Stelle das Netzwerken mit fremden Personen aus derselben Branche (25 Prozent). Netzwerkaufbau und -pflege halten die Befragten in bestimmten Branchen für relevanter als in anderen. Ihrer Meinung nach profitieren vor allem Angestellte in Marketing und PR (29 Prozent), in der Politik (26 Prozent) und in Banken und an der Börse (17 Prozent) von einem guten Netzwerk.

Kaffee kochen so wichtig wie der Lebenslauf

98 Prozent der Befragten - so ein weiteres Ergebnis der Linkedin-Umfrage - halten für ihre Karriere das Zubereiten von Kaffee für ihren Chef für genauso wichtig wie ihren Lebenslauf auf dem aktuellen Stand zu halten. Eine überwältigende Mehrheit. Linkedin-Manager Zipp plädiert für die Arbeit am eigenen Netzwerk. Das tut er sicherlich nicht ganz uneigennützig, doch seine Begründung ist nachvollziehbar: "In den seltensten Fällen ist eine Karriere geradlinig, meistens passiert irgendetwas Unvorhersehbares", so der Netzwerk-Experte. Dann helfen das eigene Wissen und ein stabiles Beziehungsgeflecht häufig weiter. Wer sich da nur auf den eigenen Chef konzentriert hat, kann deutlich weniger Kontakte vorweisen.