Knappe Kassen verhindern IT-Investitionen

Amtsstuben sparen am falschen Ende

17. November 2004
Von Detlef Scholz
Knapp die Hälfte der deutschen Ämter bietet derzeit Dienstleistungen über das Internet an. Fast vier von fünf Behörden wollen in den kommenden zwölf Monaten den Einsatz neuer Technologien in der Vorgangsbearbeitung forcieren. Das folgt aus der Studie "Public Trend" von Mummert Consulting.

Die digitale Vernetzung von Staat, Wirtschaft und Bürgern, wie es die Initiative Bund-Online 2005 vorsieht, ist bislang nicht realisiert. Die Deutschen können zwar Formulare von den Behörden-Sites herunter laden, sie am PC ausfüllen und anschließend ihren Ämtern per E-Mail zusenden. Doch dort werden sie nach wie vor für die Archivierung ausgedruckt. Eine rein elektronische Aktenführung ist bisher die Ausnahme. In gut 40 Prozent der deutschen Amtsstuben sind allerdings einige Arbeitsabläufe so optimiert, dass der Sachbearbeiter den Vorgang komplett vom PC aus erledigen kann.

Das Telefon ist immer noch das wichtigste Kommunikationsmittel in deutschen Amtsstuben.
Das Telefon ist immer noch das wichtigste Kommunikationsmittel in deutschen Amtsstuben.
E-Bürgerdienste
E-Bürgerdienste

Fast alle Behörden sehen im Ausbau der digitalen Verwaltung eine wichtige Maßnahme für mehr Effizienz. Dennoch ist mehr als zwei Dritteln der Kommunen die Umstellung auf digitale Vorgangsbearbeitung angesichts leerer Kassen zu teuer. Dabei wird aber übersehen, dass Investitionen in die IT Einsparpotenziale mit sich bringen:

Geplante Investitionen in E-Bürgerdienste
Geplante Investitionen in E-Bürgerdienste

Unternehmen und Bürger profitieren doppelt: Sie erhalten einerseits schneller Antwort von der Behörde. Andererseits können sich die Mitarbeiter mehr Zeit für eine ausführliche Beratung nehmen.

Welche Investitionen sind geplant?
Welche Investitionen sind geplant?

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Public Sector 2004 German Vertical Report