Open-Source-Software erobert den gesamten Software-Stack

Anbieter verdienen fleißig mit an Open Source

14.11.2008
Von Jan Schulze
Open-Source-Software breitet sich auf immer weitere Anwendungen wie Kommunikation, Collaboration sowie Content-Management und Business Intelligence aus. In vielen Unternehmen ist Open Source fester Bestandteil der Geschäftsstrategie. Software-Anbieter haben sich daher in den vergangenen Jahren deutlich professionalisiert.
Martin Petry, CIO Hilti AG: "Die Frage war, wo die künftige Entwicklung stattfindet und wie wir von Anbietern unabhängig werden können, um hohe Flexibilität zu erhalten."
Martin Petry, CIO Hilti AG: "Die Frage war, wo die künftige Entwicklung stattfindet und wie wir von Anbietern unabhängig werden können, um hohe Flexibilität zu erhalten."

Anwender wie die Liechtensteiner Hilti AG sind zufrieden mit freier Software. Der Werkzeughersteller betreibt bereits seit einigen Jahrendie zentralen SAP-Systeme mit Linux. "Nachdem sich das vormals genutzte Tru64-Unix von Compaq seinem Lebensende näherte, war ein Wechsel des Betriebssystems erforderlich", erinnert sich CIO Martin Petry. "Wir setzten dabei bereits vor über zwei Jahren auf x86-Prozessoren. Und der natürliche Partner von x86 ist für uns Linux als Betriebssystem."

Damit ging das IT-Management ein hohes Risiko ein - x86-Server und Linux als Basis für unternehmenskritische Anwendungen mit dem hohen Transaktionsvolumen von Hilti waren damals kein Mainstream. "Es war eine Wette auf die Entwicklung der x86-Prozessoren", so Petry. "Der sichere Weg wären Unix-Systeme von HP oder IBM gewesen." Das hätte jedoch deutlich höhere Kosten zur Folge gehabt.

Open-Source-Software setzen heute fast alle Unternehmen ein. Meist arbeiten im RechenzentrumRechenzentrum einige Linux-Server - oft auch mit unternehmenskritischen Workloads - oder werden Inter- und Intranet mittels des sogenannten LAMP-Stacks betrieben. Gerade LAMP, die Kombination aus Linux, dem Web-Server Apache, der Datenbank MySQL sowie den Script-Sprachen Perl und PHP, zeigt, wo Open SourceOpen Source steht: Sie kommt in der Infrastruktur und bei der Middleware als selbstverständliche Methode der Software-Distribution zum Tragen. Alles zu Open Source auf CIO.de Alles zu Rechenzentrum auf CIO.de

Das hängt vor allem damit zusammen, dass große IT-Anbieter Open Source längst als Bestandteil ihrer Geschäftsstrategie etabliert haben: SAPSAP hat seine Anwendungen für den Betrieb auf den wichtigsten Linux-Distributionen freigegeben, IBMIBM erwirtschaftet rund 20 Prozent seines Mainframe-Umsatzes mit Linux, laut dem Marktforschungsunternehmen IDC hatten Linux-Server im zweiten Quartal 2008 einen Anteil am gesamten Server-Markt von 13,4 Prozent. Doch ist Open Source viel mehr als Linux. Fast kein Anwendungsbereich, in dem es heute keine Open-Source-Alternative zu den proprietären Lösungen gibt. Alles zu IBM auf CIO.de Alles zu SAP auf CIO.de

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