Hallo Maschinen-Mensch!

Auf der Suche nach der Grenze des Lebens

14. Oktober 2016
Ist das ein Roboter oder ein Mensch? Diese Frage lässt sich meist schnell beantworten. In Zukunft jedoch werden die Grenzen verschwimmen. Maschinen lernen denken, Menschen lassen sich Computerteile einpflanzen. Ein Ausblick, wohin die Reise geht.

Erica kommt aus Japan. Armar ist in Karlsruhe daheim, und Myon stapft in Berlin durch die Beuth Hochschule für Technik. Die drei kennen sich nicht. Aber es wäre spannend, das Trio und andere menschenähnliche Roboter bei einer Party zusammen tanzen zu sehen. Um zu testen, was diese Maschinen, die Augen, Hände und Körper besitzen, alles können. Als Ehrengast der Fete käme Jewgeni Tschereschnew vorbei. Der Russe trägt einen Chip im Körper, versteht sich als Mischwesen, als Cyborg. Eine solche Party unter dem Motto "Maschinen-Mensch" läge voll im Trend.

In Europa, Asien und Amerika bauen Forscher immer neue humanoide, also menschenähnliche Computerwesen. Die Automaten nutzen Sensoren zum Sehen und Hören. Manche können sprechen. Diese Klasse der Maschinen ist etwas völlig anderes als die fest installierten Roboterarme, die in Fabrikhallen schon lange im Dauertrott Autos schweißen. Denn die neuen Maschinen lernen, werden schlauer - Stichwort Künstliche Intelligenz.

Maschinen werden Menschen immer ähnlicher.
Maschinen werden Menschen immer ähnlicher.
Foto: Eset

Forscher dringen zudem tiefer in die Prozesse des menschlichen Gehirns vor. Auf Basis dieser Erkenntnisse bauen sie Rechner, die ähnlich arbeiten wie Zellen im Kopf. Und sie imitieren den Menschen in anderen Bereichen: Sie gucken, wie unsere Hand greift - und übertragen die Ergebnisse auf die Wesen aus Metall, Kabeln und künstlichen Gelenken.

Parallel dazu schreitet die Medizintechnik dabei voran, Computerteile in Menschen einzupflanzen. Etwa Chips im Mittelohr, damit Schwerhörige mehr Töne wahrnehmen. Außerdem ist es möglich, den Körper von außen durch Stützroboter, sogenannte Exoskelette, zu verstärken. In diese Apparaturen schlüpft man rein. Gelähmte können kurze Strecken gehen. Gesunde stemmen enorme Gewichte.

Rüdiger Dillmann, Professor am Karlsruher Institut für Technologie, blickt auf mehr als drei Jahrzehnte Roboterentwicklung zurück. Beim Gang durch den Forschungstrakt im Institut für Anthropomatik bleibt der 67-Jährige bei einem Humanoiden aus der Armar-Reihe stehen. Der Forscher fasst dem Metallwesen fast zärtlich an den Kopf. "Es geht nicht darum, den Menschen nachzubauen. Ich halte das nicht für eine sinnvolle wissenschaftliche Zielstellung", sagt der Informatiker.

Der Japaner Hiroshi Ishiguro hingegen kreiert Wesen, die aussehen wie menschliche Doppelgänger. Zum Beispiel Geminoid HI-1, für den Ishiguro selbst Modell stand. Noch echter sieht Erica aus. Ihr haben er und seine Mitarbeiter an den Universitäten Osaka und Kyoto sowie dem ATR-Institut eine Top-Technik zur Stimmenerkennung eingebaut.

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