Strategien


Lessons Learned

CIOs berichten über ihre Industrie-4.0-Projekte

Unternehmen legen gerade die Basis für Industrie 4.0. Die Preisträger vom "CIO des Jahres" berichten über Projekte, Hindernisse und Erfahrungen.
  • Teilnehmer beim Roundtable waren CIO Francine Zimmermann von der Häfen und Güterverkehr Köln AG und CIO Uta Knöchel vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
  • ... sowie CIO Kurt Kruber vom Klinikum der Universität München und CIO Christian Niederhagemann vom Dortmunder Abfüllanlagenhersteller KHS
  • Der Hamburger Hafen betritt mit seinem Digitalisierungsprojekt weltweit Neuland
  • Beim Anlagenhersteller KHS gibt es keine Entwickler und keine Nerds mehr

Der Hamburger Hafen wächst. Laut einer eigenen Prognose erwartet die Hamburg Port Authority (HPA) im Jahr 2020 einen Umschlag von 11,7 Millionen Standardcontainern. Bis 2025 soll die Zahl auf 14,5 Millionen und bis 2030 auf 18,1 Millionen Container steigen. Ein Standardcontainer oder ein TEU (Twenty-foot Equivalent Unit) misst 20 mal 8 mal 8 Fuß oder 6,1 mal 2,44 mal 2,44 Meter. Zum Vergleich: Für das Jahr 2015 rechnet der Hafen mit einem Umschlag von 8,8 Millionen Standardcontainern, nach 9,7 Millionen im vergangenen Jahr.

"Der Hamburger Hafen wächst, aber auf dem begrenzten Hafenareal können und wollen wir Straßen, Schienen und Wasserwege nicht unbegrenzt ausbauen", sagt Sebastian SaxeSebastian Saxe, CIO und Chief Digital Officer (CDO) bei der HPA. "Um die Verkehrswege zu optimieren, setzen wir deshalb bereits seit geraumer Zeit auf neueste IT-Lösungen." Profil von Sebastian Saxe im CIO-Netzwerk

"Unternehmen dürfen hier nicht stillstehen", warnt Sebastian Saxe, CIO und Chief Digital Officer bei der Hamburg Port Authority. "Die große Gefahr besteht darin, dass der sogenannte Kodak-Effekt ganze mittelständische Industrien betreffen kann."
"Unternehmen dürfen hier nicht stillstehen", warnt Sebastian Saxe, CIO und Chief Digital Officer bei der Hamburg Port Authority. "Die große Gefahr besteht darin, dass der sogenannte Kodak-Effekt ganze mittelständische Industrien betreffen kann."
Foto: Joachim Wendler

Der Kodak-Effekt

Für Sebastian Saxe gibt es keine Alternative dazu, Megatrends wie DigitalisierungDigitalisierung, Big DataBig Data oder Analytics, Mobile-IT oder Internet of Things für die eigene IT zu nutzen, mit ihnen die Geschäftsprozesse zu unterstützen oder sogar neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. "Unternehmen dürfen hier nicht stillstehen", warnt Saxe: "Die große Gefahr besteht darin, dass der sogenannte Kodak-Effekt ganze mittelständische Industrien betreffen kann." Alles zu Big Data auf CIO.de Alles zu Digitalisierung auf CIO.de

Kodak, einst führender Anbieter der Fotoindustrie, hatte die Ausrichtung auf den Zukunftsmarkt der Digitalfotografie verpasst und musste schließlich das Geschäft mit fotografischen Ausrüstungen aufgeben. Ähnlich erging es dem Konkurrenten Agfa.

Um sich zukunftsfähig aufzustellen, startete Sebastian Saxe gemeinsam mit einem Team das Projekt "smartPORT logistics", für das er Ende 2015 als "CIO des Jahres 2015" in der Kategorie Mittelstand ausgezeichnet wurde. Unter dem Projektnamen bündelt die HPA verschiedene Infrastrukturvorhaben, mit denen sie das Verkehrs- und Infrastrukturmanagement auf dem Hafengelände verbessern will.

Ein Projekt beschäftigt sich mit der Lkw-Logistik. Lkw, die Container im Hafen abholen wollen, werden so gesteuert, dass sie just in time am Terminal eintreffen. Bei Verkehrsstörungen können die Fahrer frühzeitig informiert werden und entscheiden, ob sie eine Pause auf einem freien Parkplatz einlegen oder eine Alternativroute wählen. So trägt die HPA dazu bei, die viel frequentierten Hafenstraßen zu entlasten.