Beispiele aus der Praxis

CIOs gehören ins Board of Directors

10. Mai 2012
Von  und Kim S.  Nash
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
IT ist unverzichtbarer Bestandteil vieler Unternehmen. Deshalb sollte der CIO im Vorstand sein. Das nutzt auch der Karriere. US-Firmen machen es vor.

Kaum ein Produkt kommt heute noch ohne IT aus. IT-basierte Produkten gehört die Zukunft vieler Unternehmen und gerade deshalb gehören CIOs in das Board of Directors, fordert Kim Nash von unserer amerikanischen Schwesterpublikation CIO.com. Die Mitglieder sind verantwortlich für die Entwicklung ihrer Unternehmen und gerade deshalb müssen sie die IT verstehen. Nash bezieht sich in ihren Beispielen auf das amerikanische Board of Directors, das die aus Deutschland bekannten Systeme Vorstand und Aufsichtsrat vereinigt.

Vom Aufstieg des CIOs in das Board of Directors können Unternehmen profitieren.
Vom Aufstieg des CIOs in das Board of Directors können Unternehmen profitieren.
Foto: Nerlich Images - Fotolia.com

Kim Nash hat mit der Recruiterin Linda Hodges gesprochen, die ihr davon berichtet, dass zumindest im Healthcare-Bereich die Firmen reagieren und ihre CIOs ins Board holen. Sie würden erkennen, dass Technologie ein riesiger Bestandteil ihrer unternehmerischen Verantwortung ist, sagt Hodges. Ist der CIO kein festes Mitglied im Board, wird er vielleicht von Zeit zu Zeit herangeholt, um Informationen bereitzustellen. Doch das genügt nicht. "Entscheidungen im Vakuum" nennt Hodges die Vorgehensweise von Boards, ohne die feste Unterstützung eines CIOs über IT-relevante Dinge zu entscheiden.

Auch außerhalb der Healthcare-Branche holen Unternehmen CIOs ins Board, etwa das Mode- und Uhrenlabel Fossil. Fossil möchte weiter expandieren und hat im April verkündet, dass Tom Nealon, ein IT-Experte mit langjähriger CIO-Erfahrung, in den Aufsichtsrat aufgenommen wird. Damit holt das Unternehmen nicht nur CIO-Expertise in den Vorstand sondern profitiert auch von seiner Erfahrung mit schnell wachsenden Unternehmen.

CIOs überblicken die Prozesse hervorragend

Auch Executive Recruiterin Martha Heller ist davon überzeugt, dass Boards Gelegenheiten verpassen, wenn sie dem CIO keinen festen Sitz geben. IT spielt in den Prozessen von Unternehmen eine immer wichtigere Rolle, wodurch sich auch das Risikomanagement immer stärker mit IT-Themen verzahnt. Vorstände müssen Risiken kennen und dabei leistet der CIO einen wichtigen Beitrag. Darüber hinaus haben CIOs meist einen hervorragenden Überblick über die gesamten Prozesse im Unternehmen. "Es gibt nichts im Unternehmen, womit der CIO nicht vertraut ist", schreibt Martha Heller.