Cloud Computing


Business-Logik wird Hybrid

Cloud Computing im IT-Mainstream angekommen

28. Oktober 2013
Stefan Ried ist Principal Analyst, Forrester Research
Computing im Jahr 2013 ist aus deutschen Unternehmen kaum noch wegzudenken.

Ein Grund dafür ist sicher, dass der Begriff so breit von Infrastruktur (IaaS) über vollständige Plattformen (PaaS) bis hin zu standardisierten Softwareanwendungen (SaaSSaaS) gefasst ist. Dazu kommt, dass das für Cloud ComputingCloud Computing charakteristische Betriebskostenmodell (Subscription) inzwischen nicht nur von den global agierenden Anbietern, sondern auch von vielen europäischen und deutschen Infrastruktur- oder Applikationsanbietern neben älteren IT-Outsourcing-Modellen verfügbar ist. Alles zu Cloud Computing auf CIO.de Alles zu SaaS auf CIO.de

Das stimuliert eine weitere Verschiebung von klassischen Kauflizenzen zu Subscriptions, bei denen andere Miet- und Finanzierungsmodelle anteilig immer kleiner werden. Forrester erwartet sogar, dass die gesamten Abonnements bereits im nächsten Jahr das gleiche Volumen wie traditionelle Kauflizenzen erreichen. Damit ist das Cloud-Geschäftsmodell definitiv im IT-Mainstream angekommen.

Die Nutzung von Cloud-Diensten hat sich gewandelt

Durch das wachsende Angebot von europäischen und deutschen Cloud-Providern setzte sich besonders in den letzten zwölf Monaten bei vielen deutschen Unternehmen eine hybride Cloud-Nutzung durch. Während Anbieter wie Amazon.com von amerikanischen Kunden ja als nationale Anbieter wahrgenommen werden, die sich an lokales Recht halten (müssen), war die Wahrnehmung dieser „nativen“ Cloud-Provider in Europa immer zweigeteilt. Nach Prism werden sie skeptischer gesehen als je zuvor. Deshalb findenlokale Provider mit Cloud-Angeboten, die wirklich als Betriebskosten-Modelle daherkommen, eine steigende Resonanz in Deutschland.

Software Defined Infrastructure in Deutschland 2016

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Auch wenn die Preise mangels Skaleneffekten etwas höher als bei den global-amerikanischen Volumenangeboten sind, eröffnet sich ein guter Kompromiss zwischen Public Cloud und privater Infrastruktur. Forrester Research hat dieses Phänomen schon vor über zwei Jahren als „Virtual Private Cloud“ beschrieben. Die Public-Cloud-Anbieterlandschaft für IaaS und PaaS hat sich in den USA schnell konsolidiert. Die kürzlich erschienene „Forrester Wave: EnterprisePublic Cloud Platforms, Q2 2013“ zeigt im Wesentlichen nur noch Amazons AWS, Microsofts Azure und Salesforce.coms Force.com als führende IaaS/PaaS-Anbieter.

Aber deutsche Firmen beziehen nicht alle Cloud-Dienste von diesen dominierenden Playern, sondern verlassen sich auf eine Kombination von Public- und Virtual-Private-Cloud verschiedener Lieferanten. So werden in Deutschland Geschäftsanwendungen häufig in der Public Cloud entwickelt und getestet, während die Produktionsumgebungen mit sensiblen Kundendaten bei einem lokalen Cloud-Provider oder im eigenen Haus zu finden sind.

Die führenden Virtual-Private-Cloud-Anbieter in Deutschland sind nicht nur deutsche Unternehmen wie T-Systems, sondern auch globale Konzerne, die einen lokalen Betrieb und eine lokale Geschäftsform haben. Dazu gehören etwa IBM, Hewlett-Packard, Fujitsu und andere. Kleinere Anbieter wie zum Beispiel Profitbricks aus Berlin differenzieren sich besonders durch innovative Software-Designed-Data-Center-Lösungen.

Der Kostenvorteil von Public Clouds motiviert eine steigende Zahl deutscher Firmen, ihre Anforderungen bezüglich rechtlicher ComplianceCompliance genau zu untersuchen. Große Versanddienstleister und Einzelhandelsketten, aber auch Finanzdienstleister haben zum Beispiel erkannt, dass viele ihrer rechenzeitintensiven Simulationsrechnungen, die sie mit neuen Predictive-Analytics- und Big-Data-Ansätzen lösen, gar keine Kundendaten benötigen. So lassen sich zum Beispiel Börsenkurse aus vollkommen anonymisierten Handelsdaten in der Public Cloud eines US-Providers berechnen, ohne dass deutsches Datenschutzrecht verletzt wird. Alles zu Compliance auf CIO.de

Im Vergleich zu IaaS hat sich der SaaS-Markt ganz anders entwickelt. Software as a Service wurde bisher von globalen Anbietern wie Salesforce.com, Workday oder Netsuite bezogen, doch eine KonsolidierungKonsolidierung hat im Markt noch nicht stattgefunden. Hier rollt die große Welle der Anwendungen erst noch auf uns zu, da viele europäische Softwarehersteller ihrem Portfolio erst jetzt eine SaaS-Variante hinzufügen. Alles zu Konsolidierung auf CIO.de

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