Business Intelligence 2008

Der Markt bleibt agil

21. April 2008
Von  und Patrick Keller
Gründer und Geschäftsführer des Business Application Research Center (BARC)
Firmenübernahmen sorgen für produktive Unruhe im BI-Markt.Platz für Innovationen bleibt dennoch reichlich. Anmerkungen von Carsten Bange und Patrick Keller von BARC.
Patrick Keller ist BI-Analyst und Berater bei BARC.
Patrick Keller ist BI-Analyst und Berater bei BARC.

Die Übernahmen der drei BI-Spezialisten Hyperion, Business Objects und Cognos war im Wesentlichen die Folge der Reifung des gesamten BI-Marktes. OracleOracle, SAPSAP und IBMIBM haben rund 15 Milliarden US-Dollar hingelegt, um einen bedeutenden Anteil des Business-Intelligence-Marktes zu erobern. Zusätzlich haben kleinere Übernahmen die Menge der Softwarehersteller reduziert. Die Anzahl der Produkte ist dagegen gleich geblieben. Alles zu IBM auf CIO.de Alles zu Oracle auf CIO.de Alles zu SAP auf CIO.de

Synergien lassen sich nach den Zusammenschlüssen nur durch die Zusammenführung von Produktlinien und eine effizientere Organisationsstruktur erreichen. Diese Aufgabe wird die Anbieter in den nächsten Jahren hinreichend beschäftigen, ohne dass sie die Kunden allzu oft mit neuen Angeboten überfordern werden. Da geht es eher um das Integrieren bislang eigenständiger Lösungen, die problemlos miteinander kommunizieren und Daten austauschen können sollten.

Carsten Bange, Geschäftsführer von BARC.
Carsten Bange, Geschäftsführer von BARC.

Allerdings droht genau hier Gefahr durch das so genannte Locked-in-Syndrom: Anwender haben keine Chance mehr, den Einsatz von langsamen, schlecht funktionierenden oder schlicht zu teuren Komponenten zu vermeiden, da durch die Integration verschiedener Module freie Interoperabilität und offene Schnittstellen verhindert werden. Noch weisen die Softwareanbieter solche Szenarien weit von sich und verweisen auf die Unabhängigkeit ihrer Komponenten von speziellen Quellsystemen oder Infrastrukturen. Doch StrategienStrategien können sich unter dem Druck von Vertriebsabteilungen oder Anteilseignern bekanntlich auch ändern, und so besteht die Gefahr, dass für Innovationen bei den jüngst gewachsenen Großanbietern aufgrund der Last der Integration wenig Entwicklerkapazität bereitsteht Alles zu Strategien auf CIO.de

Die verbleibenden großen BI-Anbieter SAS (Umsatz über zwei Milliarden US-Dollar) und Information Builders (Umsatz rund 300 Millionen US-Dollar) befinden sich mehrheitlich in Privatbesitz. Das sorgt für eine gewisse Stabilität, heißt aber nicht, dass die Unternehmen langfristig unabhängig bleiben. Dies gilt mit Einschränkungen auch für das börsennotierte MicroStrategy (Umsatz 350 Millionen US-Dollar), wo praktisch alle Stimmrechte beim ursprünglichen Eigentümer konzentriert sind. Aus unserer Sicht sind alle drei wie auch die börsennotierte Informatica potenzielle Übernahmekandidaten.

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