Die virtuelle Revolution

Die Folgen von Augmented Reality

Anett Gläsel-Moslov ist Kommunikationsberaterin in München.
Matthias Schraft ist Geschäftsführer der Know How Consulting GmbH und Experte für HR-Themen wie zum Beispiel Learning Management Systeme.

 
Interaktive Lerninhalte in den Büchern der Schulkinder? Detailierte Step-by-Step Anweisungen für Automechaniker am Ort des Einsatzes? Interviews aus einem Magazin per Video direkt ansehen? Was für manche wie eine Utopie klingen mag, ist bereits teilweise da und wird die Erlebniswelt unserer Zukunft maßgeblich beeinflussen - Augmented Reality.

­­­­Der Werkstattmeister hält sein iPad über den Motorraum des neuen Autos und scannt ihn mit der Kamera. Für den Einbau eines Ersatzteils bekommt er via App detaillierte Anweisungen. Zeitgleich wird zuhause am Smartphone von seiner Frau das neue Wohnzimmer geplant. Regalsysteme, Esstische und Sofas werden in den Raum projiziert, ausgewählt, verworfen, bestellt. Ein neuer Teppich muss ebenfalls noch her. Ein Klick und die Möbel werden passend miteinander kombiniert. Im Zimmer nebenan sitzt der Sohn mit dem Tablet und bereitet seine Klassenarbeit vor.

Dazu scannt er mit der Kamera sein Lehrbuch und erlebt mittels Augmented Reality ein völlig neues Lese- und Lernerlebnis. Der längst ausgestorbene Tyrannosaurus Rex wird in 3D-Simulationen lebendig und Sohnemann hat wieder Spaß am Lernen. Die 18-jährige Tochter des Paares kommt gerade aus der Uni und blättert in der U-Bahn in einem Lifestyle-Magazin. Während sie den Artikel über die FashionWeek in Berlin liest, schaut sie sich zusätzlich auf ihrem Smartphone die auf den Magazinseiten integrierten Interview-Videos mit den Designern an.

Einblendung einer Sessel-Grafik in ein reales Wohnzimmer.
Einblendung einer Sessel-Grafik in ein reales Wohnzimmer.
Foto: www.metaio.com

Die "erweiterte Realität" ist in der Gegenwart angekommen

Das sind keine Szenarien aus der Zukunft. Bereits heute ist es möglich, die virtuelle Welt mit der Realität zu verknüpfen und live erfahrbar zu machen. Die Methodik heißt Augmented Reality (AR), was so viel wie "erweiterte Realität" bedeutet und zugegebenermaßen etwas futuristisch klingt. Die Technologie ist aber nicht neu. Bereits in den 1960er Jahren wurden erste Konzepte dazu vorgelegt, die freilich noch sehr viel mit Vision zu tun hatten. Noch vor der Einführung des iPhones im Jahre 2007 haben Unternehmen, meistens aus dem Automobilbereich, auf dem Gebiet der Augmented Reality (AR) geforscht.

In dieser Zeit hat man noch mit großen PC's, externen Bildschirmen und Kameras gearbeitet. Ringsherum machte sich überall Kabelsalat breit. Mit den Smartphones beginnt eine echte Revolution für Augmented Reality. Nicht nur, weil die Geräte in jede Hosentasche passen, sondern vor allem, weil man auf eine komplexe Sensorik zurückgreifen kann.

Bei der Augmented Reality können heute mittels Livebild der Kamera eines Smartphones, oder aber auch eines Tablets oder einer Datenbrille zusätzliche virtuelle Daten auf Printprodukten, realen Gegenständen bzw. in der tatsächlichen Umgebung des Nutzers angezeigt werden. Die physische Welt wird so crossmedial mit der digitalen verknüpft und neue emtionale Erlebniswelten können geschaffen werden. Das kann zum einen viel Spaß machen wie im Bereich Games, Entertainment oder im Marketing.