30 Jahre Microsoft Betriebssysteme

Die Windows-Geschichte: Von 1.0 bis 10

02. Dezember 2015
Florian Maier beschäftigt sich mit dem Themenbereich IT-Security und schreibt über reichweitenstarke und populäre IT-Themen an der Schnittstelle zu B2C. Daneben ist er für den Facebook- und LinkedIn-Auftritt der COMPUTERWOCHE zuständig. Er schreibt hauptsächlich für die Portale COMPUTERWOCHE und CIO.
Der Siegeszug des Personal Computing in den Haushalten dieser Welt nimmt vor 30 Jahren ihren Anfang. Voraussetzung dafür ist ein damals noch simples Stück Software: Windows.

Am 20. November 1985 veröffentlicht die damals noch kleine Softwarefirma MicrosoftMicrosoft mit Windows 1.0 die erste grafische Benutzeroberfläche für ihr Betriebssystem MS-DOS. Zunächst nur als Erweiterung des Betriebssystems programmiert, legt Windows 1.0 den Grundstein für eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Anwendungen auf MS-DOS-Rechnern lassen sich nun endlich mit der Maus bedienen und machen die grauen Kisten somit auch für den Consumer-Markt attraktiv. Alles zu Microsoft auf CIO.de

Die Anfänge von Windows

Um die erste grafische Oberfläche für die Benutzung von PCs entbrennt vor 30 Jahren allerdings zunächst ein Wettlauf gegen die Zeit. Personal Computer werden zu dieser Zeit in der Regel in Unternehmen eingesetzt. Bill Gates wird schnell klar, dass eine grafische Oberfläche (Graphical User Interface, GUI) notwendig sein würde, damit der Computer eines Tages auf jedem Schreibtisch seinen Platz findet.

Unter Microsofts erstem Betriebssystem MS-DOS müssen Anwender schon über ein gewisses technisches Know-how verfügen, um den Rechner bedienen zu können. Grundkenntnisse in der Programmiersprache Basic sind damals von Vorteil. Die erste Version von Windows hat allerdings noch recht wenig Ähnlichkeit mit den grafischen Oberflächen, wie man sie heute kennt. Die Software ist sperrig, langsam und wird nur von wenigen Anwendungen überhaupt unterstützt. Will man ein kleines Programm wie den Taschenrechner starten, muss die dafür erforderliche Datei (calc.exe) erst in den Tiefen des Betriebssystems gesucht und anschließend über die Kommandozeile gestartet werden.

Microsoft bringt Windows 1.0 am 20. November 1985 auf den Markt. 30 Jahre später blicken wir zurück auf die Erfolgsgeschichte des Windows-Betriebssystems.
Microsoft bringt Windows 1.0 am 20. November 1985 auf den Markt. 30 Jahre später blicken wir zurück auf die Erfolgsgeschichte des Windows-Betriebssystems.
Foto: Microsoft

Xerox, Apple und der Kampf um das GUI

Die anfangs rudimentäre grafische Oberfläche ist damals revolutionär - von Microsoft stammt die Idee allerdings nicht. Bereits zwei Jahre zuvor - 1983 - bringt Apple-Gründer Steve Jobs mit der Lisa einen der ersten Computer mit grafischer Oberfläche auf den Markt. Das Gerät ist jedoch teuer und spricht schon deshalb nur einen kleinen Kreis von Computer-Enthusiasten an. Doch die Richtung ist vorgegeben, der Wettlauf beginnt.

Jobs und die Programmierer bei Apple lassen sich bei ihrer Entwicklung der GUI von der Arbeit am legendären kalifornischen Forschungszentrum Xerox PARC inspirieren. Dort wird die Idee der grafischen Benutzeroberfläche für PCs geboren. Bereits in den 1970er Jahren entsteht dort der Xerox Alto für Forschungszwecke. Nachdem 1981 der Xerox Star als erster kommerzieller Rechner floppt, gibt das Unternehmen sein Vorhaben auf.

In der Xerox Star 8010 Workstation kommt 1981 das erste kommerzielle grafische User Interface zum Einsatz. Weil das Gerät zum Flop wird, überlässt Xerox das OS-Feld den Konkurrenten Apple und Microsoft.
In der Xerox Star 8010 Workstation kommt 1981 das erste kommerzielle grafische User Interface zum Einsatz. Weil das Gerät zum Flop wird, überlässt Xerox das OS-Feld den Konkurrenten Apple und Microsoft.
Foto: WP:NFCC#4 - Wikimedia Commons

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Themen: Microsoft und Windows 8

Kommentare zum Artikel

CAD-Robert

Sorry: da haben sich ein paar "Ungenauigkeiten" eingeschlichen. Die Ursache darin liegt wohl darin, dass die ganze Geschichte nur noch auf zwei Personen reduziert wurde: Bill Gates und Steve Jobs. Ganz so einfach war die Geschichte aber nicht:

Die Aussage: "Die Weiterentwicklung von Windows NT 3.5 erscheint im Mai des Jahres 1995 und unterstützt neuere 32-Bit-Anwendungen." ist eine dramatische Vereinfachung.

Tatsächlich wurde mit NT (New Technology) -WORKSTATION und -SERVER zwei vollkommen neue Betriebssysteme eingeführt. Gates kaufte dazu David Cutler von DEC ein: er designte ein nahezu perfektes System in mehreren Schalen und Subsystemen um einem Microkernel und implementierte somir erstmals bei Microsoft ein sauberes Zeitscheibenverfahren. Im 16bit-Subsystem lief der alte DOS-Commandoprozessor: so konnten alte Software-Investitionen gerettet werden. Im neuen 32-bit liefen lokal und remote die neuen remote- und local Calls. Rick Raschid steuerte aus dem genialen "MACH-Kernel" die Speicherverwaltung hinzu: die RAM-Speichergrenzen wurden damit und den 32bit Adressiereung auf (damals) unfassbar große RAM-Diemensionen noch oben geschoben. Wer noch die vorhandene Win3.1 und Win95-PC mit ihrem abenteuerlichen Speicherhandling kannte, war spätestens jetzt beigeistert. Alles war drin, sogar im eigene MOTIF-Subsystem liefen UNIX-Derivate: das war für CAD-Anwendungen perfekt und damit der Durchbruch. Um die Tarnung perfekt zu machen, wurde als Visualisierungsebene eine Win3.11-WfW-GUI-Oberfläche "on Top" gesetzt. Die hohe Nummer "3.5" suggerierte ein ausgereiftes "minimal aufgepepptes" System. Tatsächlich war unter der Haube alles Neu und sauber aufgebaut. Aber eben "Neu" und das war nicht immer im konservativen Industrieumfeld gerne gesehen. Die Performance war (noch) nicht optimal, aber mit der nachgeschobenen NT3.51 wurde das extrem (!) stabile System richtig agil! Ab jetzt war das Ende von IBM OS/2 zementiert: dagegen war auch IBM´s hoffnungsvolles AIX in die "Nischen" der Computerwelt verbannt.

Mit NT4.0 kam nun der Einfluß von Bill Gates wieder zum Tragen: die Sicherheit und Stabilität durch die Trennung von Visualisierungsschicht zum Micro-Kernel wurde aufgeweicht, stellenweise sogar aufgehoben: DirectX wurde eingeschoben. Zwei Dingen waren nun möglich. 1.) Spiele kamen rein und 2.) der (unter NT3.5 und 3.51 nahezu unbekannt) BlueScreen wurde für viele Jahre ein treuer Begleiter. Der "alte Fuchs" Gates wusste: richtig Geld kann man mit dem Spieltrieb der Anwender verdienen....

Der Satz: "Steve Jobs ließ sich von ... Xerox PARC inspirieren." ist nicht ganz korrekt: Steve Jobs APPLE hatte von XEROX eine Lizenz für das Grafische User Interface (GUI) samt Maus gekauft. Ebenso Bill Gates` MICROSOFT. Der Vater der GUI war der Entwickler des ALTOS. Und somit geht die ganze Geschichte zurück auf Doug Engelbart. Seine 90-minütige Präsentation 1968 gilt bis heute im Silicon Vally als DIE "Initial-Zündung" schlechthin.

sunnybaby

Seit langem war es. Ich erinnere mich, der Vater war wahnsinnig glücklich, wenn neu Windows 97 gekauft hat. Ich arbeitete mit Windows XP, Vista, 7, 8, 8.1. Jedesmal waren die großen Veränderungen. Die Anpassung ist mit jeder Version komplizierter. Es war mit Windows 8 besonders kompliziert. Jetzt weiß ich nicht, ob es den Sinn gibt, auf Windows 10 überzugehen.

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