Strategien


PwC Reifemodell

Digitalisierungsgrad von zwei Drittel erreicht

05. Januar 2015
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Deutschen Firmen beinigen die Berater einen Digitalisierungsgrad von 66 Prozent. Es fehlt aber zum Beispiel an unternehmensweiten Standards für die IT-Infrastruktur.

Wie digital ist Deutschland - so lautet die Forschungsfrage hinter dem "Digitalisierungsbarometer 2014" von PwC. Die Berater haben rund 1000 Bürger für den allgemeinen Teil und 220 Firmen für den Unternehmensteil befragt. Demnach ist die Geschäftswelt dem Durchschnittsbürger voraus: Während PwC Otto Normalverbraucher einen Digitalisierungsgrad von 40 Prozent attestiert, sind es bei den Unternehmen mit 66 Prozent deutlich mehr.

Kurz gesagt: Viele deutsche Bürger hegen noch immer Vorbehalte gegenüber digitalen Produkten und Dienstleistungen. Gleichzeitig erklären jedoch neun von zehn Befragten, digitale Technologien seien aus ihrem Alltag nicht mehr wegzudenken.

Was die Firmen betrifft, hat PwC ein Reifemodell aufgestellt. Es umfasst vier Wellen: Digital Commerce, Consumption, Identities und Ecosystem. Aktuell sei die dritte Phase erreicht. Dabei geben die 66 Prozent aber nur einen Durchschnittswert wider. Diesen zieht die Frage nach StrategienStrategienund Geschäftsmodellen nach unten - hier liegt derDigitalisierungsgradDigitalisierungsgrad nur bei 55 Prozent. Die Menschen, in diesem Fall an Mitarbeitern und Firmenkultur konkretisiert, holen den Gesamtwert mit einem Prozentsatz von 79 wieder nach oben. Alles zu Digitalisierung auf CIO.de Alles zu Strategien auf CIO.de

Zunächst stellen die Berater fest, dass es lediglich in gut jedem zweiten Unternehmen (52 Prozent) unternehmensweite Standards für die IT-Infrastruktur gibt. Die 48 anderen Prozent erklären, bei ihnen sei die IT-Landschaft historisch gewachsen und durch dezentrale Entscheidungen für unterschiedliche Systeme und Eigenentwicklungen geprägt.

52 Prozent der Firmen geben denn auch an, eine klare digitale Strategie mit genau definierten Zielen und Aufgaben entwickelt zu haben. Außerdem klopfen 41 Prozent regelmäßig neue Technologien auf ihre potenziellen Auswirkungen für das eigene Unternehmen ab.

Ein gutes bis sehr gutes Zeugnis stellen sich die Befragten selbst in puncto Kundendaten aus. Die Qualität sei hoch. Sie könnten damit "detaillierte" Kundenprofile erstellen (55 Prozent) und Marketing-Aktivitäten steuern (54 Prozent).

Höchste Kompetenz nicht beim Vorstand

Einen besonders hohen Digitalisierungsgrad schreibt PwC dem Faktor Mitarbeiter/Unternehmenskultur zu. Eine der Fragen lautet, ob die Firmenspitze als zentraler Treiber beim Einsatz neuer digitaler Technologien auftrete. 53 Prozent der Befragten unterschreiben das "voll und ganz", weitere 42 Prozent immerhin "eher". Außerdem erklären die Unternehmen, dass sie die Belegschaft zum Entwickeln eigener Ideen motivieren (49 Prozent "voll und ganz", 44 Prozent "eher").

Gleichzeitig beobachten sie jedoch, dass Vorstand und Geschäftsführung nicht über die höchste Digitalkompetenz verfügen. Diese ist im mittleren Management, also bei Bereichs- oder Abteilungsleitern, am stärksten ausgeprägt.

Schwächen moniert PwC bei der Verzahnung der Vertriebskanäle. Lediglich 14 Prozent der Unternehmen haben eine Cross-Channel-Lösung, also die Integration aller Absatzwege über eine Datenbasis, eingeführt.

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