Aufwand nicht abzuschätzen

E-Bilanz: Firmen schlecht informiert

12. September 2011
Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und von 2006 bis 2015 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.
Drei Viertel der deutschen Unternehmen haben noch nicht mit der Umstellung auf die E-Bilanz begonnen. Sie können Zeitaufwand und Kosten nicht einschätzen.

"Elektronik statt Papier". Unter diesem Motto hat das Bundesfinanzministerium Ende 2008 die Einführung der E-Bilanz beschlossen, um die Steuerbürokratie abzubauen. Künftig sollen in Deutschland bilanzierende Unternehmen ihre Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung oder eine Überleitungsrechnung auf Basis des XBRL-Standards (eXtensible Business ReportingReporting Language) an die Finanzbehörden übersenden. Alles zu Reporting auf CIO.de

Von der anstehenden Umstellung auf die E-Bilanz fühlen sich die meisten Firmen von der Finanzverwaltung schlecht informiert.
Von der anstehenden Umstellung auf die E-Bilanz fühlen sich die meisten Firmen von der Finanzverwaltung schlecht informiert.
Foto: BDO

Das betrifft immerhin 1,37 Millionen Firmen. Doch 90 Prozent der Betriebe glauben, dass die Finanzverwaltung sie bisher unzureichend oder nur bruchstückhaft über die Anforderungen der E-Bilanz informiert hat. Drei Viertel der Unternehmen haben daher noch keine Maßnahmen zur Umstellung auf die elektronische Übertragung von Bilanzdaten initiiert.

Zu diesen Kernergebnissen kommt die E-Bilanz-Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO. Für die schlechte Vorbereitung der Firmen auf das elektronische Verfahren gibt es laut Untersuchung neben der schlechten Informationspolitik der Finanzverwaltung eine Reihe von weiteren Gründen.

Hick-hack bei der Umstellung

Ausgaben in Millionenhöhe: Für die Umsetzung der E-Bilanz-Regeln müssen die Unternehmen tief in die Tasche greifen.
Ausgaben in Millionenhöhe: Für die Umsetzung der E-Bilanz-Regeln müssen die Unternehmen tief in die Tasche greifen.
Foto: BDO

Ursprünglich geplant war die Einführung E-Bilanz für alle Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2010 beginnen. Diese musste verschoben werden, weil die Finanzverwaltung mit der inhaltlichen Ausgestaltung in Verzug war. Hinzu kamen Einwände von Verbands- und Unternehmensseite. Für das Jahr 2011 gibt es eine Pilotphase, in der Firmen die neuen Anforderungen zur elektronischen Datenübertragung auf ihre Praxistauglichkeit testen können.