Interesse an Lufthansa-Tochter

Indische IT-Berater auf Pirsch in Europa

24. November 2004
Von Michael Kallus
Indische IT-Berater haben sich bereits in den USA und Großbritannien etabliert, nun wollen sie auch in Europa investieren - vor allem in Deutschland und Frankreich. Dabei setzen sie auf Zukäufe. Das berichtet die Financial Times Deutschland (FTD) heute.

"Um Europa zu knacken, müssen wir auf Zukäufe setzen. Anders schaffen wir es nicht," sagte Phiroz Vandrevala, Manager der Tata Consultancy Services (TCS) zur Financial Times. Die Berater hoffen auf Käufe von IT-Töchtern großer Unternehmen. TCS möchte im nächsten Jahr den Umsatz um 60 Prozent steigern, berichtet die FTD.

380 Millionen Euro kann TCS ausgeben – am liebsten für die Lufthansa Systems.
380 Millionen Euro kann TCS ausgeben – am liebsten für die Lufthansa Systems.

Weitere indische Anbieter wie Wipro, Infosys oder Satyam hoffen auf eine steigende Nachfrage nach IT-Diensten, die europäische Unternehmen in Niedriglohnländer auslagern wollen. Derzeit erreichen die fünf wichtigsten indischen IT-Dienstleister in Deutschland einen Marktanteil von 0,4 Prozent. In den USA sind es 1,7 Prozent.

In den USA liegen die fünf wichtigsten indischen IT-Berater bereits in den Top 100, in Westeuropa sind es nur drei Unternehmen – hier die Filiale von TCS in Budapest.
In den USA liegen die fünf wichtigsten indischen IT-Berater bereits in den Top 100, in Westeuropa sind es nur drei Unternehmen – hier die Filiale von TCS in Budapest.

Die indischen Anbieter wollen mit Niederlassungen in Osteuropa westeuropäischen Kunden die Auslagerung von IT-Services erleichtern. Sowohl TCS als auch Satyam haben laut Financial Times vor kurzem Entwicklungscenter in Ungarn eröffnet.

Allerdings tauchen auch Stimmen auf, die bezweifeln, ob die Strategie Erfolg haben wird. "Es wäre nicht leicht, eine Firma wie Lufthansa Systems mit 4000 Mitarbeitern zu integrieren", so ein Analyst zur FTD. Tata Consultancy Services will bis 2010 zu den zehn größten Beratungsunternehmen weltweit gehören. Heute liegt der Jahresumsatz bei 1,5 Milliarden Dollar.

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