Interim-Management in Deutschland

Interim-Manager verdienen 130.000 Euro im Jahr

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Anbieter von Interim-Management rechnen sich für das laufende Jahr ein Wachstum von sieben Prozent aus. Wer einen Manager auf Zeit ins Unternehmen holen möchte, muss meist rund 1.500 Euro pro Tag hinlegen. Das geht aus einer neuen Lünendonk-Studie hervor.
Lünendonks Definition von Interim Management.
Lünendonks Definition von Interim Management.

Verantwortung? Ja! Langfristige Verpflichtung? Nein! Frei nach diesem Motto arbeiten in Deutschland mehrere tausend Interim Manager. Sie übernehmen für eine festgelegte Zeit Aufgaben aus dem oberen und mittleren Management, teilweise auch Projekt-Management. Danach verlassen sie das Unternehmen wieder.

Es scheint sich zu lohnen: Nach den Zahlen der Management-Beratung Lünendonk aus Kaufbeuren haben freiberufliche Interim-Manager in Deutschland im vergangenen Jahr durchschnittlich 130.000 Euro umgesetzt, und das bei einer Auslastung von 140 Tagen im Jahr. Alle Jobs zusammengefasst ergibt sich ein Gesamtvolumen von gut einer Milliarde Euro.

Lünendonk schätzt die Zahl freier Interim-Manager auf 8.000, gibt aber zu Bedenken, dass eine genaue Definition dieser Berufsgruppe schwierig ist. Zum Vergleich grenzt Lünendonk freie IT-Projektmanager ab, auch wenn sich die Tätigkeiten teils überschneiden. Deren Zahl wird auf 10.500 geschätzt.

Die Kaufbeurer haben 92 Firmen auf diesem Markt unter die Lupe genommen. Davon sind 49 Unternehmen im engeren Sinn auf Interim-Management spezialisiert, die anderen bieten beispielsweise auch Personalvermittlung angestellter Manager an. Fazit: Von Krise ist im Interim-Management wenig zu spüren.