Jeder Fünfte hadert mit dem Job

IT-Experten mit Zukunftsängsten

20. September 2005
Von Ingo Butters
Obwohl sich die Aussichten für die IT-Branche in den USA aufgehellt haben, sehen die Arbeitnehmer dort für ihre Zukunft schwarz. Ein monatlich vom Personalberater Hudson erhobener Index zum Vertrauen in den IT-Arbeitsmarkt ist auf den zweittiefsten Stand seit Beginn der Erhebungen gefallen. Verantwortlich ist die während der Sommermonate traditionelle Baisse auf dem Stellenmarkt sowie die drastisch gestiegenen Benzinpreise.

Erst zum zweiten Mal seit dem Start der Erhebung im Dezember 2003 ist der Index unter die Marke von 100 Punkte gefallen. Im Vergleich zum Juli dieses Jahres sackte der Indikator im August um zwölf Punkte auf 97,5 ab. Der Index gibt an, wie IT-Spezialisten die Aussichten auf dem IT-Arbeitsmarkt beurteilen.

Arbeitnehmer in der IT-Branche sind pessimistisch über ihre berufliche Zukunft.
Arbeitnehmer in der IT-Branche sind pessimistisch über ihre berufliche Zukunft.

Die schlechte Stimmung schlägt sich auch in der Einschätzung der eigenen Lage nieder: Nur noch 47 Prozent der Befragten stufen ihre eigene finanzielle Situation als gut oder sehr gut ein. 36 Prozent gaben dagegen an, dass sich ihre finanzielle Lage verschlechtert hat. Auch mit ihren Jobs scheinen die IT-Spezialisten zu hadern: Mehr als jeder Fünfte (23 Prozent) konnte sich nicht zu der Aussage hinreißen lassen, mit dem Arbeitsplatz zufrieden zu sein.

Nur wenig mehr als ein Drittel (36 Prozent) rechnet damit, dass in den nächsten Monaten wieder neue IT-Mitarbeiter eingestellt werden. 24 Prozent erwarten dagegen Entlassungen. Jeder Fünfte hat Angst um seinen Arbeitsplatz.

Ganz so dramatisch, wie es die Zahlen vermuten lassen, ist die Lage der IT-Experten in den USA allerdings nicht. "Dieser deutliche Abschwung überrascht nicht", sagt Jeff Anderson, Vice President bei Hudson. "Im Sommer sinkt die Zahl der Neueinstellungen jedes Jahr. In diesem Jahr verstärkt der hohe Benzinpreis diesen Trend, weil er sich direkt auf die finanzielle Situation der meisten Arbeitnehmer auswirkt."