Keyboards werden zum Keimträger

Krank durch Tastatur-Nutzung

13. Juni 2008
Von Nicolas Zeitler
Vor dem mittäglichen Gang in die Kantine ist Händewaschen nie fehl am Platz. Besonders darauf achten sollte jeder, der am Computer arbeitet. Denn auf manchen Tastaturen lauern mehr Keime als auf vielen Toiletten.

Die britischen Verbraucherschützer "Which?" vertrauten die Tastaturen ihres Londoner Büros Mikrobiologen an. Die entdeckten zwischen Escape- und Enter-Taste höchst Unappetitliches. Auf einigen der Keyboards fanden sich so viele Keime, dass der Nutzer sich bei der Arbeit ohne weiteres unangenehme Magen-Darm-Beschwerden einfangen könnte.

Vier der 33 untersuchten Tastaturen stuften die Tester als gesundheitsgefährdend ein. Zwei waren mit dem Bakterium Staphylococcus aureus kontaminiert. Viele Menschen tragen Staphylokokken auf der Haut, ohne dass die Bakterien Beschwerden auslösen. Wer ein schwaches Immunsystem hat, bei dem können die Erreger allerdings schwere Krankheiten verursachen, beispielsweise Lungenentzündungen.

In einem Fall schlug der mit der Untersuchung beauftragte Wissenschaftler den Austausch der Tastatur vor. Die Zahl der Keime auf dem Keyboard überschritt den zulässigen Wert um das 150-fache. Die Tastatur war mit fünfmal so vielen Erregern besiedelt wie die ebenfalls untersuchte Klobrille. Wäre mit der Tastatur weiter gearbeitet worden, hätte sich der Anwender womöglich einen Durchfall oder andere Beschwerden der Verdauungsorgane eingefangen.

Laut dem Biologen James Francis von Kingmoor Technical Services ist die Hauptursache für die schlechte Tasten-Hygiene das Essen am Arbeitsplatz. Krümel fallen zwischen die Tasten und bilden den idealen Nährboden für eine Vielzahl von Erregern. Der Verzicht aufs Händewaschen nach dem Toiletten-Gang ist ein weiterer Grund.