Plus: Fitmacher für CIOs

Management macht dick

14. Juni 2013
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Nur Verwaltungsassistenten und Ingenieure sind stärker von Übergewicht im Beruf betroffen als IT-Manager. Wir zeigen, was sie dick macht und wie man bereits mit kleinen Maßnahmen gegensteuern kann.

Viele IT-Manager werden sich in dieser Geschichte wiederfinden. Mit Idealgewicht und mehreren wöchentlichen Sporteinheiten sind sie ins Berufsleben gestartet und mussten schnell feststellen, dass ihr neuer Alltag sich nicht mit dem Fußballtraining um 17 Uhr und nur schwer mit ausgewogenen und gesunden Mahlzeiten vereinbaren lässt. Wenige Jahre später zeigt die Waage einige zusätzliche Kilos an, und der Anzug aus Absolvententagen ist längst um ein bis zwei Kleidergrößen zu klein. Im Schrank hängt er nur noch, weil man sich erfolgreich einredet, dass die Moppelzeit nur eine Phase ist.

Eine Umfrage des Online-Stellenportals Careerbuilder unter mehr als 3.600 Beschäftigten aus den USA zeigt, dass mehr als die Hälfte von ihnen sich selbst als übergewichtig bezeichnet. 41 Prozent haben in ihrem aktuellen Job an Gewicht zugelegt. IT-Manager, so die Ergebnisse, sind vom Übergewicht stark betroffen - nur Verwaltungsassistenten und Ingenieure treffen die Extrakilos noch härter. Mit den IT-Managern gleichauf liegen Lehrer und Krankenpfleger.

Warum Manager dick werden

Die von den Befragten genannten Gründe für die Gewichtszunahme lauten:
- Auswärts essen (26 Prozent)
- Die Verlockungen des Süßigkeitentellers im Büro (17 Prozent)
- Unregelmäßige oder gar keine Mahlzeiten aus Zeitdruck (17 Prozent)
- Geburtstage und Jubiläen am Arbeitsplatz (17 Prozent)
- Von Kollegen mitgebrachtes Essen (neun Prozent)
- Abendveranstaltungen (vier Prozent)

IT-Manager sind vom Übergewicht stark betroffen.
IT-Manager sind vom Übergewicht stark betroffen.
Foto: Thomas - Fotolia.com

Die Berufstätigen scheinen den Überblick über ihre Mahlzeiten verloren zu haben. Mehr als die Hälfte von ihnen isst jede Woche auswärts, jeder Vierte mindestens dreimal. Hinzu kommt, dass 70 Prozent der Befragten zwischendurch Snacks zu sich nehmen. Doch obwohl sich mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer als übergewichtig bezeichnet, treiben knapp 60 Prozent von ihnen regelmäßig Sport. Weitere 30 Prozent schaffen ab und zu einen Ausgleich durch Sport, nur elf Prozent holen die Sportschuhe nie aus dem Schrank.

Fitmacher für CIOs

IT-Manager können nicht von heute auf morgen ihr komplettes Leben umkrempeln, doch mit einigen leicht umsetzbaren Maßnahmen können sie ihr Gewicht in den Griff bekommen:

  1. Sport treiben: Dies kann man besonders positiv beeinflussen, wenn man mehr Bewegung in seinen Alltag integriert. Sport ist natürlich ideal, doch auch kleine Schritte helfen: Zum Beispiel eine Haltestelle früher aus Bus und Bahn auszusteigen und das letzte Stück zu laufen, im Gebäude Treppen zu steigen, nach dem Mittagessen einen kleinen Spaziergang zu machen oder zu einem Kollegen zu laufen, den man sonst angerufen hätte.

  2. Viel trinken: Bei der Getränkeauswahl sollte man darauf achten, dass man viel und das Richtige trinkt. Wasser und ungesüßte Tees sollte man deshalb Cola oder gezuckertem Kaffee vorziehen. Bei Geschäftsessen sollte man immer bedenken, wie viele Kalorien in alkoholischen Getränken stecken.

  3. Mahlzeiten planen: Im Kampf gegen das Hüftgold gewöhnt man sich idealerweise an, abends noch einmal einen kurzen Blick in den Kalender zu werfen. Liegen die Termine so, dass eine Mittagspause unmöglich ist, packt man sich morgens ein belegtes Brot, aufgeschnittenes Gemüse und Obst ein. So behält man den Überblick über die Portion und muss nicht aus der Not heraus auf ungesundes Fast Food ausweichen.

  4. Obst und Gemüse auf Vorrat: Der Gang zum Süßigkeitenteller oder -automaten wird ganz bestimmt seltener, wenn man stets gesunde Vorräte im Büro bereithält. Am einfachsten ist das, wenn es einen Kühlschrank im Büro gibt, dann halten die frischen Lebensmittel besonders lange. Doch auch ohne Kühlmöglichkeit kann man Äpfel, Bananen und Co. für einige Tage am Arbeitsplatz lagern.

  5. Tagebuch führen: Am besten behält man den Überblick über seine Mahlzeiten und Snacks dann, wenn man ein Ernährungstagebuch führt. Das kann in einem kleinen Notizbuch oder einer speziellen App geschehen, zum Beispiel mit Food Diary, CaloryGuard oder dem Kalorienzähler von FatSecret. Noch mehr Funktionen bieten Fitnessarmbänder zur Selbstvermessung, etwas von Jawbone Up und Fitbit. Mit ihnen kann man sein Schlaf-, Aktivitäts- und Essverhalten aufzeichnen und die Daten per Smartphone in eine Online-Community übertragen.

Eine wichtige Quelle für diese Fitmacher-Tipps waren die Ratschläge von Careerbuilder. Wer sie beherzigt, macht einen großen Schritt auf dem Weg zu einem gesunden Gewicht. Weitere Tipps speziell zur Ernährung enthält der Artikel 8 Ernährungstipps für Führungskräfte.