Linux auf Handys und Smartphones

Open Source im Telefon

10. August 2007
Dr. Klaus Manhart hat an der LMU München Logik/Wissenschaftstheorie studiert. Seit 1999 ist er freier Fachautor für IT und Wissenschaft und seit 2005 Lehrbeauftragter an der Uni München für Computersimulation. Schwerpunkte im Bereich IT-Journalismus sind Internet, Business-Computing, Linux und Mobilanwendungen.
Mobilfunkhersteller entdecken zusehends die Vorteile von Linux. Mangelnde Standards und aufwendige Integration verhindern aber noch den Einzug in die Unternehmen.
Die weltweite Entwicklung mobiler Systeme.
Die weltweite Entwicklung mobiler Systeme.

Bislang waren Handhelds wie Linux-PDAs ein Flop. Der vor einigen Jahren von Firmen wie Sharp gestartete Versuch, PDAs mit Linux auszustatten, schlug fehl. "Zu sperrig und zu wenig käuferkompatibel für den Massenmarkt“, lautete das Urteil von Marktexperten. Nun scheint sich der Wind wieder zu Gunsten von Linux zu drehen. In einigen Ländern zieht das Geschäft mit Linux-basierten Handys und SmartphonesSmartphones an. In China beispielsweise, dem derzeit weltgrößten Markt für Mobiltelefone, sind Linux-Handys äußerst beliebt. Motorola macht in China zehn Prozent des Umsatzes mit Linux-basierten Smartphones. Alles zu Smartphones auf CIO.de

Linux kostet weniger

Motorola bietet bislang die meisten Linux-Handys an. Das Linux-basierte A780 ist in Europa bereits erhältlich. Im zweiten Quartal erscheint das Motorokr Z6 mit Linux-Betriebssystem, weitere Linux-Handys will der Hersteller im Laufe des Jahres auf den Markt bringen. Neben dem Platzhirsch wollen auch kleinere Hersteller wie Panasonic, NEC oder Palmsource künftig verstärkt auf Linux setzen. Sie sehen in dem Open-Source-System die Chance, Kosten zu sparen und gleichzeitig Leistung und Flexibilität ihrer Angebote zu verbessern.

Derzeit dominieren den Handheld-Markt die proprietären Systeme Symbian OS und Windows Mobile. Symbian OS ist das Betriebssystem von Symbian, einem Konsortium aus Nokia, Sony-Ericsson und anderen Mobilfunkunternehmen. Diese Systeme treiben bei vielen kleineren Anbietern die Kosten. Denn für jedes ausgelieferte Mobiltelefon müssen sie Lizenzkosten an Microsoft oder das Symbian-Konsortium zahlen.

Linux kommt da gerade recht. Lizenzkosten fallen weg, der Quellcode ist offen und kann an eigene Erfordernisse angepasst werden, hinzu kommen hohe Flexibilität und Konnektivität. „Offene Standards und offene APIs ermöglichen es Software-Unternehmen, kundenspezifische Anwendungen zu entwickeln“, erklärt Bernd Drescher, Portfolio-Manager bei Motorola.

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