SAP-Konkurrent verstärkt sein Middleware-Segment

Oracle will BEA Systems kaufen

12. Oktober 2007
Von Nicolas Zeitler
Der weltweit zweitgrößte Software-Hersteller Oracle hat den Kauf von BEA Systems angekündigt. Das Unternehmen teilte am Freitag mit, dass es BEA für 17 US-Dollar je Aktie übernehmen wolle. Gegenüber dem Konkurrenten SAP gewinnt Oracle mit diesem Schritt aus Analysten-Sicht klar an Vorsprung im Middleware-Bereich.

Bereits am Dienstag habe man den Vorstand von BEA Systems über das Vorhaben unterrichtet, teilte OracleOracle mit. Mit 17 Dollar liegt das Angebot von Oracle gut ein Viertel über dem Schlusskurs der BEA-Aktie vom Donnerstag, der bei 13,62 Dollar lag. Oracle strebt offenbar eine baldige abschließende Vereinbarung über den Kauf an. "Wir haben ein ernsthaftes Angebot mit einem beträchtlichen Zuschlag für BEA gemacht", sagt Charles Phillips, President von Oracle. Alles zu Oracle auf CIO.de

Christian Glas von Pierre Audoin Consultants (PAC) sieht in dem Schritt von Oracle ein zeitlich geschickt eingefädeltes Manöver. Ein Zusammenhang zum 4,8-Milliarden-Kaufangebot von SAPSAP an Business Objects sei durchaus denkbar. "Oracle als größter Konkurrent von SAP im Anwendungsumfeld hat sich damit im Middleware-Bereich verstärkt", so der Analyst. Alles zu SAP auf CIO.de

"Auch SAP will auf diesem Feld ein großer Player werden." Dass die Walldorfer auf das Vorgehen von Oracle jetzt reagierten, sei unwahrscheinlich. "BEA war der letzte große unabhängige Middleware-Player, den es zu akquirieren gab", erklärt Christian Glas. SAP müsse sich auf diesem Feld nun aus eigener Kraft etablieren - aus Sicht des Analysten eine Herausforderung. Von Aufregung über den Vorgang ist derweil in Walldorf nichts zu spüren. "Kein Kommentar", heißt es lapidar aus dem Stammsitz von SAP.

Der Wettbewerb zwischen Oracle und SAP hatte zuletzt immer wieder im Blickpunkt von Analysten gestanden. Einige Beobachter sahen die Walldorfer vor dem Hintergrund von Oracles Einkaufstour über die letzte Jahre in Zugzwang. Der Software-Riese aus Kalifornien hat in den letzten Jahren rund 25 Firmen akquiriert, zuletzt Hyperion für 3,3 Milliarden Dollar.