BREITBAND-WETTRENNEN

Powerline schafft den Anschluss nicht

03. Dezember 2001
Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Powerline-Enthusiasten kennen das: Ankündigungen - nichts als Ankündigungen. Wer auf das schnelle Internet aus der Steckdose gesetzt hat, wurde bisher enttäuscht.

ES IST EINE endlose Geschichte - von Pilotprojekten, vonFirmen, die aufgaben, und vom immer kurz bevorstehendenMarktstart. Die Ankündigungen der Energiekonzerne, Internetaus der Steckdose anzubieten, haben auf der ComputermesseCebit eine gewisse Tradition. Genauso war es allerdingsbislang Tradition, dass diesen Ankündigungen keine(sichtbaren) Taten folgten.

Grund für die verfrühten und falschen Versprechungenist das Wettrennen der Anbieter von Breitbandzugängenvia Kabel, Nahbereichsfunk (Wireless Local Loop) und DSLüber Kupferkabel um ein und dieselbe Kundschaft. Dochallein die Deutsche Telekom brachte ihr T-DSL bis heuteweitgehend flächendeckend auf den Markt.

Früher dachten die Stromanbieter noch, sie könnten durch denInternet-Zugang über das Stromnetz eine Alternative auf derletzten Meile zum Telefonnetz der Deutschen Telekombieten. Doch mittlerweile hat die Liberalisierung des Marktsdie Preise so weit gedrückt, dass sich Telefonieren undInternet über die Stromleitung gar nicht mehr lohnen.

Technische Probleme

Zudem war die Technik nur schwer in den Griff zubekommen. Ständig drohte Powerline, andere Funkdienste zustören. Legendär die Geschichte von den flackernden Laternenbei einem Feldversuch in Großbritannien.