Android-Tablet

Samsung Galaxy Tab A im Test

Thomas Rau ist Ressortleiter Hardware bei der PC-WELT. Sein Spezialgebiet sind Notebooks: Seit 1998 testet er Business- und Consumer-Laptops sowie andere mobile Geräte für unsere Schwesterpublikation. Zu seinen Themenbereichen gehören außerdem WLAN und Netzwerke.
Das Galaxy Tab A ist das neue Einsteiger-Tablet von Samsung. Es läuft mit Android 5. Aber außer dem Betriebssystem gibt es kaum Neues.

Offenbar liebt jemand in der Marketing-Abteilung von Samsung deutsche Autos. Denn die Namen der aktuellen Samsung-Tablets orientieren sich an den Modellen von Mercedes: Die S-Klasse mit dem Galaxy Tab S 10.5 und Tab S 8.4 steht für Premium und moderne Technik. Die A-Klasse besetzt das untere Ende der Produktpalette: Das Samsung Galaxy Tab A ist ein günstiges, großes Tablet, aber aktuelle Technik oder beeindruckende technische Daten finden Sie bei ihm nicht.

Eine Auflösung wie beim iPad von 2010

Im Gegenteil: Das 9,7-Zoll-Display ist nicht nur so groß wie beim ersten iPad von 2010. Es zeigt mit 1024 x 768 Bildpunkten auch die gleiche, niedrige Auflösung. Die Bildqualität enttäuscht nicht nur wegen der mäßigen Auflösung und der mageren Punktdichte von 132ppi. Dadurch wirkt Schrift pixelig und unruhig - das Galaxy Tab A setzt in Zeiten von Retina- und High-DPI-Displays offenbar auf Retro-Charme.

Auf jeden Fall ist das mäßige Display des Galaxy Tab A genau das Gegenteil der hervorragenden Bildschirme der TabletsTablets aus der S-Serie. Die Helligkeit liegt niedrig und nur knapp über 300 cd/qm. Deshalb lässt es sich unter freiem Himmel kaum ablesen. Und selbst bei moderater Zimmerbeleuchtung stören Spiegelungen. Auch Fingerabdrücke auf dem Touchscreen sind deutlich zu sehen. Die Farben sind dunkel und wie häufig bei Samsung übertrieben knallig und rotstichig. Alles zu Tablets auf CIO.de

Leicht und flach wie das iPad Air

Leicht und schmal: Das Galaxy Tab A wiegt 454 Gramm und ist 7,5 Millimeter dünn
Leicht und schmal: Das Galaxy Tab A wiegt 454 Gramm und ist 7,5 Millimeter dünn
Foto: Samsung

Wenigstens hat sich Samsung beim Design ein aktuelleres iPad zum Vorbild genommen: Bei Abmessungen und Gewicht gleicht das Galaxy Tab A dem iPad Air: Mit einer Bauhöhe von 7,5 Millimeter und einem Gewicht von 454 Gramm ist es nur wenig dicker und schwerer als das iPad Air 2. Allerdings steckt es in einem schlichten Plastikgehäuse, das sich nicht hochwertig anfühlt und aucxh nicht so aussieht. Langen Sie etwas fester zu, lässt es ein leises Knarzen hören. Und wenn Sie fester auf den Touchscreen langen, sehen Sie Druckspuren, weil die Schutzbeschichtung über dem Touch-Panel zu stark nachgibt.

Das Design des Galaxy Tab ist darauf ausgerichtet, dass Sie das Tablet hochkant halten: Entsprechend sind der Samsung-Schriftzug oben und die Sensor-Tasten neben dem mechanischen Home-Knopf angeordnet. Auch der Panel-Rahmen an der Längsseite ist schmaler als oben und unten. Weil es so leicht ist und wegen des 4:3-Seitenverhältnisses, macht es kaum einen Unterschied, ob Sie das Tablet hoch oder quer halten.

Qualcomm-Quad-Core: Nicht stark, aber sparsam

Die niedrige Auflösung und die nicht besonders hohe Helligkeit bringen dem Galaxy Tab A Vorteile bei der Akkulaufzeit: Bei der Video-Wiedergabe hält es rund 7,5, beim WLAN-Surfen knapp 10,5 Stunden durch. Damit kann es locker mit dem iPad Air mithalten - und überflügelt das Air 2 beim WLAN-Surfen sogar um mehr als drei Stunden.

Bei der Rechenleistung liegt das Galaxy Tab aber klar hinten. Sein Quad-Core-Prozessor Snapdragon 410 ist mit maximal 1,2 GHz eher unter-motorisiert. Immerhin reicht er aus, damit das Tablet in den meisten Fällen verzögerungsfrei auf Eingaben reagiert. Nur wenn Sie flott durch Webseiten scrollen, kann der Prozessor das Bild nicht immer schnell genug aufbauen. Zoom-Gesten funktionieren aber ohne Wartezeit, auch die meisten Apps starten schnell. Für grafisch anspruchsvolle Spiele genügt die Prozessorleistung nicht: Das Air 2 ist in 3D-Benchmarks fünfmal so schnell wie das Galaxy Tab A.

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