Das Release-Trauma überwinden

SAP-Patches: Den Kern einfach erweitern

21. August 2007
Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und von 2006 bis 2015 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.
SAP liefert seit einiger Zeit Weiterentwicklungen für seine ERP-Software über Enhancement Packages aus. Auf diese Weise wollen die Walldorfer Upgrades vereinfachen und standardisieren, Anwender können neue Funktionalitäten einfach zuschalten. Darüber hinaus soll mit den Erweiterungspaketen der Kern der ERP-Software langfristig stabil bleiben. Das Prinzip der Enhancement Packages hat SAP auch auf seine Mittelstandsprodukte übertragen. Mit "A1S" sollen Updates sogar noch einfacher werden, denn das Produkt wird ausschließlich als Hosting-Lösung angeboten.
Anwender können Enhancement Packages nach Bedarf freischalten, Support Packages sind weiter obligatorisch.
Anwender können Enhancement Packages nach Bedarf freischalten, Support Packages sind weiter obligatorisch.

Drehen wir die Uhr ein paar Jahre zurück. Zu Zeiten von SAPSAP R/3 waren Upgrade-Projekte für SAP-Anwender stets mit einem großen Aufwand verbunden, denn die Unternehmen mussten alle Änderungen sowie Neuerungen erfassen und dann das komplette System testen. Alles zu SAP auf CIO.de

Release-Strategie im Wandel

Seit 2006 fährt SAP - nicht zuletzt auf Druck der in der DSAG organisierten SAP-Anwender - eine neue Release-Strategie. Ursprünglich wollte der Konzern für den 2004 auf den Markt gebrachten R/3-Nachfolger mySAP ERPERP alle zwölf bis 18 Monate eine neue Version herausbringen. Schon beim Nachfolge-Release mySAP ERP 2005 (jetzt SAP ERP 6.0) änderte SAP dann den Produkt-Fahrplan. Alles zu ERP auf CIO.de

Die Kern-Module, von SAP als "ERP Central Component" (ECC) bezeichnet, sollten bis zum Jahr 2010 stabil bleiben. Und auf der diesjährigen Kundenkonferenz Sapphire in Wien kündigte Léo Apotheker, stellvertretender Vorstandssprecher der SAP, die Verlängerung der Standardwartung für SAP ERP in der Version 6.0 bis 2013 an. Die erweiterte Wartung soll dann bis 2016 laufen.

Dass SAP spätestens mit der Version 2005 seiner ERP-Software auch die bisherige Update-Strategie vereinfachen und (endlich) standardisieren musste, lag auf der Hand. Neue Funktionen sollten nicht mehr wie bisher als Upgrades ausgeliefert werden, sondern über die so genannten Erweiterungspakete (Enhancement Packages).